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kleine_Heidin

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Montag, 28. Januar 2008, 17:22

Taverne "Zum Großen Rand"

Die Tavernentür quietsche und warmes Sonnenlicht fiel herein, draußen brauste das wütende Wasser und der salzige Geschmack des Meeres lag in der Luft. Herein trat eine zierliche Elbe, den großen Bogen auf den Rücken geschnallt, den Köcher mit Federpfeilen locker über die Schulter gehängt. Die schlanken Füße steckten in feinen Lederschuhen, von der Sonne leicht gebleicht, genau wie die ledernen Handschuhe, in denen dünnfingrige Hände steckten. Kriemhilde warf das blonde Haar in den Nacken und schloß die Tür hinter sich.

"Grüßt Euch, Herr Wirt! Wie läuft das Geschäft?" - "Gut, gut! Vor einigen Tagen zog eine Horde junger Krieger hier vorbei, das Met war schnell aufgebraucht!" Dabei lachte er schallend und die beschmuddelte Schürze spannte über seinem Ranzen. "Bitte bringt mir doch gleich ein Met, werter Wirt," dabei legte sie den Bogen ab und zog die Handschuhe aus. "warten wir ab, bis sich ein paar Reisende einfinden!"

Sie ließ sich an dem Holztisch in der Nische nieder und fuhr mit dem blassen Finger die Holzmaserung nach...

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Eine Regierung muß sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt. Es ist gerecht, daß jeder einzelne dazu beiträgt, die Ausgaben des Staates tragen zu helfen. Aber es ist nicht gerecht, daß er die Hälfte seines jährlichen Einkommens mit dem Staate teilen muß.
(Friedrich II. der Große)

Lynagh

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Montag, 28. Januar 2008, 18:41

Die Tür der Taverne öffnete sich noch einmal. Es trat eine blonde Frau im langen schwarzen Kleid ein und grüßte den Wirt. Dann kam sie zu dem kleinen Tisch wo die Elbe saß.

"Ich grüße Euch, Elbe. Wer seid Ihr? Ich bin Lynagh, die Wächterin der Storegga und wohne nicht weit von hier in der Storegga Stuga. Es kommen hier wahrlich nicht viele Besucher her, nicht einmal Reisende, denn hier ist das Ende der Welt. Manchmal kommt mich Gunlödd besuchen, die wohnt auf dem Landgut unten im Tal. Aber dann sitzen wir, wenn es schönes Wetter ist, bei dem Feuer auf dem Großen Rand. Manchmal bringt sie jemanden mit, der uns Neues aus der Welt dort draußen erzählt, manchmal verirrt sich auch ein Skald hierher. Na ja,wenn ich mich alleine fühle, komme ich hier in die Taverne, obwohl ich den Wirt nicht besonders mag. Er ist ein grober Kerl, aber hat eigentlich ein gutes Herz. Bei Gunlödd dort unten, die auf der Kreuzung des Weltwegs und Der Großen Linie, der Weg, der unten enlang des Randes von Norden nach Süden führt, na ja, dort wohnt sie auf dem großen Gut, wie ich schon erwähnte. Sie ist eine gute Frau, aber auch eine Kämpferin, sie muss, denn dort unten kommen manchmal fremde Wesen entlang. Letztens hatten wir große Probleme mit der Hexe aus dem Eisernen Wald. Übrigens, der Wirt heisst Olaf, ich denke der knurrte nur und sagte nicht mal seinen Namen. Das tut er nicht gerne, denn jemand, der den wahren Namen einer Person kennt, kann Böses bewirken. Das glauben die meisten Menschen hier wenigstens, obwohl... Es muss schon mehr sein als nur den wahren Namen zu kennen. Und ja, ich bin Magierin, darum fürchte ich mich nicht, meinen Namen laut zu sagen und dieser Aberglaube mit dem Namen stimmt nicht so ganz."

Lynagh lächelte der Elbe zu. "Bringst du mir bitte meinen Tee, Olaf! Vali und Caya, meine Windhunde sind noch draußen und sie kommen, wie du weisst, immer durch die Küche. Sie mögen dich und ich weiss auch warum. Aber bitte füttere sie nicht so viel." :)

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***NEC ASPERA TERRENT***


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kleine_Heidin

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Montag, 28. Januar 2008, 19:35

Die Elbe erhob sich freundlich lächelnd ein wenig und verbeugte sich leicht. "Grüßt Euch, Lynagh, Meisterin der Magie. Mein Name ist Kriemhilde, ich bin eine Elbe, die aus den Goldenen Wäldern stammt. Dort blühen die Orchideen golden bis zum Ende der Zeit, dort schneit es nie und dort wächst das Gras auch golden. Es gibt kein Grün mehr, meine Urgroßmutter sagte mir aber, eines Tages wird eine neue Zeit kommen, da das Gras wieder saftig grün sprießt und die Bäume braune Blätter werfen." Sie setzte sich wieder und fuhr fort: "Weil ich das grün der Wälder und der Gräser sehen wollte, bin ich ausgezogen, um zu erleben, wie der Herbst ist und wie sich Schnee anfühlt." Mit verträumten Blicken sah sie zu dem verstaubten Fenster der Taverne hinaus.

"Das Ende der Welt also?" Kriemhilde lachte. "So weit wollte ich gar nicht... Aber der schöne Wald unten am Hang lud ein zum Wandern, da kam ich zu dieser Taverne. Und die Vögel zwitscherten so angenehm und die Luft war erfüllt vom Duft frisch gebratenen Schweines!" In diesem Moment knurrte ihr Magen und sie sah Lynagh schuldbewusst an. "Ich habe schon eine Weile nichts mehr gegessen... Beim Wandern vergesse ich immer die Zeit. Aber ich möchte Euch gerne einladen!" Kriemhilde sah in Richtung des Wirtes, den Lynagh Olaf nannte und begab sich an den Tresen. "Werter Wirt Olaf, ich wollte Euch bitten, uns beiden Damen ein wenig Eures Schweinefleisches zu bringen. Es roch gar wunderbar draußen!" Dieser war bei der Nennung seines Namens ein wenig blaß geworden, aber bemühte sich, freundlich zu lächeln. "Gerne, junge Elbe."

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Montag, 28. Januar 2008, 19:58

"Danke Kriemhilde, das ist sehr lieb von Euch, naja, ich esse nur wenig, aber das weiß der Olaf schon. Ihr erwähntet den grünen Wald dort unten, der gehört der Dame Gunlödd. Seid Ihr ihr vielleicht schon begegnet? Sie war eine Walküre Odins, aber hat geheiratet und hat das Schicksal einer sterblichen Frau gewählt... und ihren Mann natürlich."

Lynagh lächelte als sie sah, mit welchem Appetit die junge Kriemhilde aß. Sie saßen allein in der Stube, denn Olaf verschwand in die Küche. Er aß nun mal gerne und noch lieber genoß er seinen vorzüglichen Met. Und er konnte trinken!

"Ja, das Ende der Welt, Kriemhilde, aber es gibt hier grün, ja das gibt es. Und Wasser! Die Pforte der Welten, der gefürchtete Maelström, wütet dort, unter dem Großen Rand. Aber Ihr braucht Euch nicht zu fürchten. Manchmal erscheinen hier Gäste aus den Parallelwelten, aus Asgard und sogar Jötunheim. Man muss bloß vorsichtig sein mit den Jöten und Thursen. Riesen sind manchmal sehr merkwürdig und lieben das Böse. Es ist nun mal ihre Natur. Ich hoffe, Ihr bleibt an diesem Ort noch ein wenig. Olaf hat saubere Stuben für Gäste, die eigentlich selten kommen und nur wenige, und wenn Ihr wollt, so seid Ihr auch in meiner Storegga Stuga willkommen. Manchmal sind hier sehr interessante Menschen als Gäste, die kommen und gehen, sie erzählen und singen ihre Balladen. Im Sommer bei meinem Feuer auf dem Großen Rand, im Winter in der Taverne. Ich bin froh, Euch begegnet zu haben, eigentlich kam ich hierher, weil ich Besuch erwarte, einen Krieger aus dem südlichen Germania."

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Montag, 28. Januar 2008, 21:04

Nach einer kurzen Zeit des Schweigens öffnete sich erneut die Tavernentür. Durch jene trat ein großer Mann mit langem blondem Haar, welches er zu einem Zopf zusammengebunden hatte. Allerdings war ein Großteil der Haare schon wieder dieser Bindung entflohen. Seine Pelze, die er als oberste Bekleidung trug, sahen sehr beschädigt aus und auch seine Schuhe deuteten daraufhin, dass er eine lange Zeit geritten war. Einige Narben zierten sein Gesicht und sein Schwert hing schwankend in der Schlaufe an seinem Gürtel. Er schaute sich suchend im Raum um und ging dann langsam auf die beiden Damen zu, da sie die einzigen beiden Personen im Raum waren.

Durch das erneute Quietschen der Tür kam auch der Wirt wieder neugierig aus der Küche hervor. Er beobachtete den Fremden mit Argwohn, da er seine Waffe sah.

Er sprach sie an: "Seid mir gegrüßt, holde Damen, mein Name ist Hantaoma. Ich komme aus dem fernen Germanenland und soll hier in der Gegend eine Magierin mit Namen Lynagh treffen, habt ihr sie gesehen?"

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Montag, 28. Januar 2008, 21:24

"Seid gegrüßt und willkommen, Hantaoma. Ich bin Lynagh. Also, Ihr seid derjenige, der zu uns geschickt worden war. Ich erwartete eigentlich einen Ritter, den ich schon lange kenne, den ich kannte, schon als die Welt noch jung war. Ich denke, Ihr wißt wen ich meine. Olaf, der Wirt, ist in Ordnung. Er spricht wenig, er kann sicher schweigen und ist ein mutiger Mann. Welche Nachrichten bringt Ihr uns?"

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Montag, 28. Januar 2008, 21:42

"Nun, ich muss Euch leider erzählen, dass jener Ritter auf den ihr wohl wartet, vor wenigen Wochen in einen Hinterhalt geriet und gefangen genommen wurde. Wir gehen davon aus, dass dies von unseren Erzfeinden geplant war. Ich denke, er hat Euch schon früher von ihnen erzählt. Daraufhin konnte er allerdings durch Bestechung der Wachen zumindest mir den Auftrag übergeben zu euch zu reiten und von jenen Ereignissen zu berichten.
Ich bedauere es sehr, dass euch mein Äußeres missfällt, aber bei dieser Mission ging es nicht um Schönheit, sondern um Schnelligkeit. Und für die schnelle Überlieferung von Nachrichten bin ich weit über die Grenzen unseres Landes bekannt."

Er macht eine tiefe Verbeugung und wendet sich dann mit freundlicher Miene dem Wirt zu: "Könntet Ihr mir bitte ein reichhaltiges Gericht servieren? Ich habe seit Tagen nicht mehr viel gegessen!"

Der Wirt verschwand mit einem leisen Knurren in der Küche ...

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Montag, 28. Januar 2008, 21:59

"Oh, Hantaoma, Euer Äußeres mißfällt uns nicht, Ihr seid ein hübscher junger Krieger. Es tut mir so leid, daß mein Freund gefangen genommen ist. Ja, ich habe schon gehört, daß sich dunkle Horden tief im Süden rühren. Mit einem falschen Prophet ziehen Räuberbanden durch das südliche Land und morden, schänden und plündern. Traurige Nachrichten, in der Tat."

Lynagh seufzte, die Welt änderte sich nicht zum Besseren. Der Neubeginn des Ragnaröks schien umsonst. Auch die Elbe schaute traurig vor sich hin und schwieg lange Zeit. Jeder der Drei dachte seine Gedanken und sie schienen keine Fröhlichen zu sein. Olaf erschien mit einem riesigen Schweinebraten, ein Zeichen, dass er den Neuangekommenen mochte.

"Ich hoffe, dass Gunlödd heute nach oben kommt, sie sollte die neuen Nachrichten hören", sagte Lynagh. Der Süden ist weit, weit weg, aber die Menschen kommen in Bewegung und wer weiß wen wir hier noch alles erwarten können. Vielleicht sollten wir die Unsichtbare Barriere wieder in Gang setzen."

Der Krieger Hantaoma und Kriemhilde die Elbe schauten überrascht und neugierig, aber das beeinflußte nicht ihren Appetit, denn beide schienen ausgehungert zu sein und Olafs Küche war wie ein Märchen für die Zunge.
"Ja," sagte Lynagh, "es gibt eine Barriere, Nebel und Schnee sind ein Teil davon und einige Thursen und Jöten helfen dabei. Sie geniessen es, wenn sie etwas zustande bringen können, das jemandem anderen schaden kann. Sie sind ziemlich dumm, aber sie sind auch Götter, denn sie sind die dunkle Seite der Göttlichkeit."



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Lynagh wurde unterbrochen, denn Olaf erschien mit einem Tablett mit Met und Honigkuchen, der dazu immer gut schmeckte. Er war frisch gebacken, aber er backte ihn nicht selbst. Es war Nifl, die ihn backte. Lynagh wußte, daß da eine Meerjungfrau war, die er sehr liebte und die ihn liebte und die oft erschien, unten auf den Felsen, wo der Maelström wütete. Sie saß dort in Schaum gehüllt und kämmte ihr Haar. So sah eines Tages Olaf die Nifl (bedeutet: Nebel) und es passieren manchmal noch merkwürdigere Dinge als eine Liebe zwischen einem kräftigen jungen Wirt und einer zierlichen Meerschönheit. Die Liebe geht ebenso natürlich dort, wo sie verlangt und ersehnt wird, so wie das Wasser in tiefere Stellen fließt. Sie sang für ihn Lieder und spielte ihre Harfe, er erzählte ihr von der Welt, von der er eigentlich selbst nicht viel wußte, aber er hatte Reisende in seiner Taverne und Reisende, wie es schon so üblich ist, sprachen gerne von ihren Reisen und fremden Gegenden. Da Nifl neugierig war, wie es so auf dem Land ist, brachte sie Olaf eines Abends in die Taverne; er trug sie in seinen Armen, da sie keine Beine hatte, nur eine wunderschön glitzernde, elegante Fischflosse und als sie in der Wanne in Olafs Küche saß, schien es eher so, als ob sie einen langen seidenen Rock anhatte. Aus dem einen Abend wurden zwei, dann drei und schließlich wurde es zur Gewohnheit, dass sie an vielen Abenden kam und Olaf Gesellschaft leistete. So vergingen Jahre, denn die Zeit steht nie still; und schliesslich waren da drei Meerjungfrauen und ein Meerfaun, die Olaf und Nifl ihre Eltern nannten. So führten Olaf und Nifl eine ganz besondere Ehe, sie halb an Land und halb im Meer, er hatte seine Geliebte von Sonnenuntergang bis der erste Hahn krähte. Denn wenn eine Meerjungfrau am Tage am Land blieb, starb sie. Wenn Lynagh alleine oder mit der Walküre, der Dame Gunlödd, in der Taverne war, brachte Olaf Nifl immer in die Gelagekammer, denn er hatte für sie einen Rollstuhl angefertigt. Heute jedoch, da zwei Unbekannte da waren, erschien Nifl nicht. Meerjungfrauen vertrauen nicht blind einem Menschen und Elben kannte sie überhaupt nicht.

Olaf schenkte ein und gegen seine Gewohnheit nahm er einen Stuhl und setzte sich zu der Gesellschaft. Denn etwas hing in der Luft und ein Fremder aus den südlichen Ländern war hier im Nordland eine Seltenheit. Er wußte, daß Nifl in Sicherheit ist, denn die Windhunde Vali und Caya liebten Nifl und würden sie immer beschützen und er, Olaf, war nicht weit. Drei Sprünge von der Küchentür. Und da war auch die Elbe und Elben sah man gegenwärtig noch seltener. Sie lebten in ihren Wohnstätten, die geheim waren und wo ein Mensch selten hinkam. Denn wenn man die Elben gegen ihren Willen fand, war man nicht sicher, ob man wieder zurückkehrte. Das war allgemein bekannt, also suchte niemand mehr nach ihnen, man glaubte sogar, daß sie nicht existierten.

"Wie kommt es eigentlich, dass bei Euch alles Gold ist und das Grün verschwand?" fragte er die Elbe. Olaf benutzte nicht ihren Namen, Kriemhilde, denn er war überzeugt, daß in dem Namen ein Zauber versteckt worden war und auch zurückwirkte, wenn man ihn aussprach, man weiß ja nie. Wenn man jemanden mit dem wahren Namen nennt, kommt man der Person näher und wenn man näher an jemand kommt hat man Einfluß. Im guten Sinne wenn man befreundet ist, gefährlich wird es, wenn man verfeindet ist. Olaf vertraute nur seiner Nifl, wahrscheinlich weil sie kein Mensch war und auch Lynagh sprach er nur mit Lady oder Herrin an. Eigentlich hieß Olaf gar nicht Olaf sondern Gunnbjörn. Aber das wußte nur Lynagh. Lynagh wußte auch die Namen seiner Töchter: Freydis, Thjodhild und Gudrid und den Namen des Sohnes: Bjarni. Immer wenn man ihn mit Olaf ansprach war ihm bewußt, wieviel Menschen seinen Namen als Wirt benutzen und kennen. Da war er noch froh, dass er Olaf genannt wurde, obwohl er sich auch da nicht so sicher war. Es war ja nicht sein wahrer Name. Und nicht jedem Menschen oder Wesen war zu vertrauen. Da war die Geschichte mit dem Magier Ofeig aus Midfjördur und der Besuch des Bischofs Olau Magnus, dem er auch nicht ganz vertraute. Denn er wußte aus den Gesprächen der Wachen des Bischofs, dass man dort unten in südlichen Ländern, wo die fremde Religion alles übernahm, sowohl Magier und Zauberinnen als auch weise Frauen lebend verbrannte und an Natur und die Götter des Nordens nicht glaubte. Nicht einmal die alten Gesetze des Nordens waren da heilig. In den drei Tagen des Bischofsbesuches wagte Nifl es nicht an Land zu kommen, nein, sie kam auch nicht am Abend zu ihrem Felsen. Und das war nur gut, dachte Olaf.

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Dienstag, 29. Januar 2008, 15:30

Von draußen vernahm man herannahende Schritte. Alle Augen waren gespannt auf die Tür der Taverne gerichtet.
Soll das der erwartete Krieger sein?
Die Tür tat sich quietschend auf und eine Frau mit langen weißen Haaren und einem ebensolchen Gewand, betritt die Taverne. Ihr Gesicht ist von dem bisher Erlebten gezeichnet, um das Haupt trägt sie einen goldenen Reif, der mit Runen verziert ist, ebenso an den Armen.
Mit einem erleichterten, aber dennoch sorgenvollen Blick aus ihren stahlblauen Augen in die kleine Runde, nimmt sie Lynagh wahr. Schnell tritt sie an den Tisch, „Seid gegrüßt“ und zu Lynagh gewandt „Ein Glück, dass ich dich hier finde. Wir sollten über die Vorkommnisse der letzten Tage sprechen. Das Gesindel, was sich hier bei uns im Wald herumtreibt, sie schänden nicht nur uns, sondern auch Natur und Tier.“ Ihre Augen haben vor Zorn eine dunkle Färbung angenommen.
Zu den anderen gewandt: „ Entschuldigt bitte meine Unhöflichkeit, aber ich musste meinem Ärger über die Vandalen in unserem schönen Wald erst einmal Luft machen. Ich sah euch noch nie hier, woher kommt ihr und was ist euer Begehr?“ Mit einem Lächeln wendet sie sich Olaf zu, und bittet ihn um eine kleine Stärkung, dem er auch gern nachkommt, denn Nifl ist in der Küche.


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Dienstag, 29. Januar 2008, 15:52

"Sei gegrüßt Gunlödd, Tochter Odins", sagte Lynagh. "Also das Böse und seine Kreaturen kriechen aus ihren Verstecken. Ja die Welt scheint sich zu ändern und auch unser Nordland wird da nicht geschont. Die bösen Kräfte unseres Nordlandes fühlen auch, dass da eine Verschiebung der Mächte im Gange ist."

Olaf brachte Gunlödd ihre Stärkung, ein Getränk, dass er selbst braute, nach einem geheimen Rezept. Er brachte volle Becher für alle und Hantaoma und Kriemhilde nippten daran neugierig. Es war stark, es schmeckte nach Kräutern und es verbreitete eine Wärme durch den ganzen Körper. Gunlödd und Lynagh, wie auch Olaf und Kriemhilde richten ihre Blicke auf den jungen Krieger, den Boten aus dem Süden.

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Dienstag, 29. Januar 2008, 19:32

Hantaoma sah die fragenden Blicke der anderen, wandte sich aber erst einmal Lynagh zu: "Zunächst einmal muss ich euch sagen das mir jener Ritter nicht viel erzählen konnte, da er nur eine sehr begrenzte Zeit hatte mit mir zu sprechen."

Nun wandte er sich wieder an alle: "Diese Vandalen, mit denen ihr hier zu tun habt werden nicht die einzigen bleiben, die hier vorbeikommen werden, auch wenn wir hier am Rand der Welt sind. Es hat sich ein dunkler Bund gebildet, in dem sich ein kriegssüchtiger Teil der Menschen und die Riesen aus der Parallelwelt vereint haben. Nun ziehen die ersten Söldner und Milizen durch die Lande um zu rauben und zu plündern. Sie bereiten den Weg für ein Heer des Bösen, bestehend aus Wesen aus zwei Welten. Leider konnte mir der Ritter nicht mehr erzählen, aber er rief mir, als er wieder in Ketten gelegt wurde, noch etwas von einer Barriere zu. Ich dachte erst, er meinte damit eine Gegenarmee aufzustellen, aber als ich jetzt von euch dies mit der unsichtbaren Barriere gehört habe, denke ich er meinte diese."

Hantaoma flüsterte Lynagh eine Frage ins Ohr: "Kann es sein, dass er Euch um Eure Hilfe bittet?"

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Dienstag, 29. Januar 2008, 20:16

Nachdenklich blickte sie in das Gebräu des Wirtes. "Grün..." Schönes Grün..." Dann blickte sie Lynagh und Gunlödd an. "Ich erzählte, dass ich aus den Goldenen Wäldern komme... Meine Urgroßmutter erzählte mir, dass alles golden wurde nach Ragnarök. Die Götter hätten diesen Wald durchschritten, auf dem Weg zurück nach Neu-Asgard. Sie sagte, wenn die bösen Eigenschaften wieder unter die Menschen kommen, so werden die goldenen Blätter verschwinden und alles wird welk werden, wenn die Horden durch die Goldenen Wälder ziehen!" Erschrocken von diesem Gedanken stellte sie den Krug auf den Tisch. "Es muss doch eine Möglichkeit geben, das zu verhindern!"

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Dienstag, 29. Januar 2008, 20:44

"Hantaoma, Kriemhilde, Gunlödd und Olaf", sagte Lynagh "ja, ich glaube mein weit entfernter Ritter möchte, dass ich unsere alten Götter um Hilfe bitte. Die Menschen haben sie vergessen und die neuen Asen haben sich abgesondert. Aber erst werden wir noch in den Schwarzen Spiegel sehen. Es ist kein schwarzmagischer Gegenstand, die Priesterinnen der Göttin im weiten Keltenland benutzen ihn, um in die Zukunft blicken. Leider zeigt der Spiegel nur Bruchstücke und manchmal Bruchstücke, die nicht zeitgeordnet sind und manchmal zeigt er bloß die Wahrscheinlichkeit einer Zukunft." Sie erhob sich.

"Ich möchte euch eigentlich sagen, was ich zu tun habe und brauche eure Kraft. Bitte bildet einen Kreis, indem ihr eure Hände haltet..." mit diesen Worten goß sie klares Wasser in eine Schüssel, die Olaf, der wußte was vor sich ging, schon gebracht hatte, sie schnitt in ihre Hand und tröpfelte das Blut hinein. "Konzentriert euch alle, schickt mir die Kraft, denn die Lebenskraft versetzt die Berge."

Das Wasser in der Schüssel erwachte zu Leben, es rührte sich, als ob jemand mit einem unsichtbaren Löffel einen kleinen Wirbel drehen würde, es rührte sich und wurde dunkler und dunkler bis es ganz schwarz wurde und stillstand. Wahrlich ein schwarzer Spiegel. Lynaghs Blick wurde wie verschleiert, sie schaute in einen unbekannten Raum, eine andere Zeitdimension, in eine Ferne, die weiter als fern war. Nach einer Weile wurde ihr Blick wieder klarer, sie seufzte und sprach: "Es ist vollbracht, aber weiser werde ich davon nicht."

Die Mitgesellen schwiegen und tranken etwas von dem grünen Trank. "Ja, Kriemhilde, deine Urgroßmutter hatte recht. Das Heilige wird beschmutzt und darum denke ich, daß sich die Elben fern von den Menschen halten, denn die goldene Landschaft der Elben läßt den Mensch von den guten Zeiten träumen. Verschwände die Landschaft der Elben, wäre da nichts, an was man noch glauben könnte. Und ja, ihr seid neugierig was ich sah. Einen Schatten, einen riesigen dunklen Schatten, der wie eine riesige Giftwolke alles erstickt. Ich glaube die feindlichen Horden haben Loki zum Leben erweckt. Und ihr wißt alle, Loki ist nicht mehr der, welcher er in den alten Zeiten war als er Blutsbruderschaft mit Odin schloß. Er hatte sich entwickelt zu einem wirklichen Dämon und das zeigte er auch bei Ragnarök. Ich fürchte, wir brauchen alle Hilfe, die wir kriegen können."

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Mittwoch, 30. Januar 2008, 00:46

“Ich brauche frische Luft”, sagte Lynagh, und rief ihre Hunde. „Ich gehe eben zum Grossen Rand, ich muß nachdenken und auf dem Rand fühle ich mich nähe der Natur und der Anblick des Meeres entspannt.“

Lynagh und die Hunde waren eben bei der Aussentür der Taverne als ein lauter Schrei erklang. Olaf, der neue Honigkuchen holen wollte, kam aus der Küche angerannt, bleich im Gesicht. „Nifl ist verschwunden!“„Es mußte eben in den letzten Minuten passiert sein, anders hätten die Hunde reagiert“, sagte Lynagh.

Mit dem Spaziergang zum Grossen Rand wurde nichts, denn Olaf konnte nicht klar denken. Er tobte und rannte rundherum, in der Hand seine Axt: „Was soll ich tun...was muß ich bloß tun!“

Es war klar, das Unheil saß Hantaoma, dem Boten aus dem Süden, auf den Fersen. Man folgte ihm und darum ließ man ihn auch mit dem Ritter sprechen und gehen. Aber die Nachrichten waren so ernst; man mußte auch das Risiko nehmen, weil da Eile geboten war und man wußte auch, daß mit einer Verfolgung zu rechnen war. Aber wer oder was folgte ihm? Wenn es ein Mensch wäre, würden die Hunde reagieren und ein Mensch wird sich schon durch etwas, wenn auch das leiseste Geräusch, verraten denn Hunde hören alles.

Lynagh rief ihre Hunde die schon draussen waren wieder hinein und als sie in der Tür stehend nach draussen schaute, drehte sie sich um und schrie plötzlich auf: „Gunlödd, Feuer im Tal!“
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Mittwoch, 30. Januar 2008, 08:40

Für einen Bruchteil einer Sekunde schien es, als wären alle erstarrt, sie rannten hinaus und sahen aus dem Tal eine riesige Feuersbrunst empor steigen. Die Flammen tanzten einen wilden, gierigen Reigen.

Fassungslos standen Lynagh, Kriemhilde, Hantaoma, Olaf und Gunlödd am Rande des Berges, die Blicke auf die Feuerwalze des Bösen im Tal gerichtet.


Der Abendhimmel färbte sich blutrot und nahm schließlich die Form eines dämonischen Grinsens an.


Die Windhunde Vali und Caya, die bis eben in einiger Entfernung gewartet hatten, erhoben ihre Köpfe mit gefletschten Zähnen und warnendem Knurren gen Himmel, stellten sich schützend vor die Gemeinschaft.


Stolz warf
Gunlödd den Kopf in den Nacken, Wind kam auf, Kampfeslust sprühte aus ihren Augen und zu allem bereit, richtete sie einen hasserfüllten Blick zu der Fratze am Himmel. "Nein", sagte sie, "so leicht bekommst Du das Land unserer Ahnen nicht!"

Sie wendete sich den anderen zu und ihr Blick begegnete dem von Olaf, die Sorge um seine geliebte Nifl, stand ihm ins Gesicht geschrieben. "Nun lasst uns zuerst nach Nifl suchen, dann wollen wir uns zusammen setzen und besprechen, was weiter zu tun ist." Obwohl sie nach außen ruhig und gefasst wirkte, schossen ihr tausend Gedanken durch den Kopf.

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16

Mittwoch, 30. Januar 2008, 20:17

"Ja, wir sollen uns beraten was wir tun sollen und müssen." sagte Lynagh. In der Schenkstube herrschte bedrückte Stille. Man sollte klaren Kopf behalten, aber es war schwierig. Gunlödd war mit ihren Gedanken unten im Tal, Olaf dachte an Nifl, Lynagh an Magie und Hantaoma und Kriemhild saßen da und wußten nicht, wie sie helfen oder was sie sagen sollten. Olaf, Gunlödd und Lynagh kannten sich schon eine Ewigkeit und die zwei jungen Leute fühlten sich irgendwie fremd, als ob man durch ein Schlüsselloch in eine fremde Kammer spähen würde.

"Hier ist jetzt auch euer Zuhause; und vielleicht für länger als ihr dachtet" sagte Lynagh und lächelte ihnen zu, denn sie merkte, dass die zwei irgendwie scheu wirkten. "Unsere erste Aufgabe ist es zu wissen, mit wem wir es zu tun haben. Bryna, die Hexe aus dem Eisernen Wald könnte so etwas tun, jedoch glaube ich nicht, dass sie es war. Sie ist böse und sie fröhnt der schwarzen Magie, aber wir kennen sie schon auch eine Ewigkeit und da wird auch ein Feind irgendwie ein Teil des Ganzen. Eigentlich sollten wir als erstes herausfinden, wer unten im Tal da ist oder war. Wir brauchen Ungebannte und da denke ich, daß es jemand sein soll, der junge Beine hat, Kriemhilde oder Hantaoma... Ja, ich weiß, Olaf, du willst kämpfen, aber wir brauchen jetzt einen ruhigen Verstand und List. Wir sind zu wenige."

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***NEC ASPERA TERRENT***


Nil admirari prope res est una, solaque quae possit facere et servare beatum
= sich über Nichts zu wundern ist wohl das Einzige, was einen glücklich machen kann und bleiben läßt
(Horatius)

kleine_Heidin

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Donnerstag, 31. Januar 2008, 19:30

Kriemhilde sah auf. "Ich denke, dafür bin ich besser geeignet als Hantaoma, der noch von seinem Ritt erschöpft ist. Außerdem ist er mit seinem blitzenden Schwert viel zu auffällig. Dagegen bin ich schneller und im Wald zu Hause, die Natur ist mein Freund. Außerdem bin ich mit dem Bogen gewandt." Dabei lächelte sie freundlich in die Runde und sah Hantaoma fragend an. "Wenn du möchtest, kannst du gerne mitkommen, aber das wird eventuell zu gefährlich zu zweit..."

Sie erhob sich und griff zu ihrem Bogen und ihrem Köcher - ins Leere. Sie wurde bleich. "Mein... Mein Bogen!"

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Eine Regierung muß sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt. Es ist gerecht, daß jeder einzelne dazu beiträgt, die Ausgaben des Staates tragen zu helfen. Aber es ist nicht gerecht, daß er die Hälfte seines jährlichen Einkommens mit dem Staate teilen muß.
(Friedrich II. der Große)

Saxonia

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Donnerstag, 31. Januar 2008, 20:36

Die Situation hatte sich geändert. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus diesen Personen, die sonst immer ihre eigenen Wege gegangen waren, eine Gruppe. Doch konnte man jedem in der Gruppe trauen?

Hantaoma ergriff das Wort in dieser Lage: "Das ist alles sehr mysteriös was hier passiert. Allerdings sollten wir jetzt nicht in Panik ausbrechen. Das wäre genau das, was der Feind, wer es auch immer ist, will. Zusammen in der Gruppe können wir es schaffen und alles wieder in die richtige Bahn lenken. Zunächst sollten wir vielleicht die Hunde auf mögliche Spuren ansetzen, vielleicht finden sie ja eine Fährte zu Nifl?
Aber besonders das mit deinem Bogen Kriemhilde verwundert mich sehr. Wie kann so etwas geschehen? Wir waren doch alle hier zusammen in diesem Raum, oder?"

Hantaoma murmelte leise: "Soll ich etwa an all diesem Schuld sein?" Er legte die Stirn in Falten und schaute aus dem Fenster.

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aber eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben
."


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Donnerstag, 31. Januar 2008, 21:23

"Das riecht nach böser Magie!", rief Lynagh. "Ich gehe in mein Haus, dort habe ich die Truhe mit den magischen Gegenständen. Viele habe ich von meiner Meisterin und Mutter geerbt. Viele sind nützlich und es gibt auch viele, von denen ich nicht mal weiß was sie sind. Die Truhe ist sehr, sehr alt und alle Magierinnen des Großen Randes sammelten diese Gegenstände, Jahrhunderte lang! Hantaoma, bitte, könntet Ihr mich begleiten? ... Nein, ich habe keine Angst und die Truhe und auch mein Haus haben magische Schlösser, die nur meine Stimme und das Wort, das niemand kennt, öffnen kann. Aber die Truhe ist schwer und ich kann sie nicht alleine tragen. Wie es aussieht, wird es besser sein, wenn wir alle in der Taverne bleiben. Olaf hat genug Zimmer für uns alle und die Taverne, wie auch mein Haus übrigens, sind im geschützten magischen Kreis gebaut, Odin selbst hatte die Schutzrunen des Zaubers gesungen. Hier wird, glaube ich, wenigstens so lang unser Leben sicher sein." Sie gab Hantaoma einen Wink und dieser folgte ihr durch die Tavernentür nach draußen. In der Tür drehte sie sich noch einmal um: "Sucht ihr inzwischen weiter Nifl."

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(Horatius)

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Freitag, 1. Februar 2008, 09:59

Gunlödd lief schnell zu Hantaoma nach draußen, legte ihre Hand auf seinen Arm und sprach: "Mach dir keine Vorwürfe, dich trifft keine Schuld. Das Böse ist überall und wartet nur auf die passende Gelegenheit um Mißtrauen zu säen. Wir sollten lernen einander zu vertrauen, denn sonst sind wir verloren und nun geh' mit Lynagh und hilf ihr mit der Truhe. Wenn du erlaubst Lynagh, werden wir Vali und Caya mit uns nehmen, sie lieben Nifl und finden gewiß eine Spur."

Kriemhilde war ganz ruhig geworden und schaute traurig zu den anderen. "Keine Angst", sprach Gunlödd mit einem Lächeln. "Auch für dich gibt es eine Aufgabe". Dankbar und erleichtert, daß auch sie ihren Beitrag leisten konnte, hörte sie zu was Gunlödd ihr zugedacht hatte. "Olaf soll dir die Küche und die Vorräte zeigen. Es wäre uns eine große Freude, wenn du für uns ein Mahl zubereiten würdest. Sicher werden wir sehr hungrig bei unserer Rückkehr sein." Olaf macht ein ungläubiges Gesicht, denn außer ihm, Nifl, den Kindern und den Windhunden, durfte sonst niemand die Küche betreten. "Schau nicht so Olaf, jeder soll jetzt das tun, was nötig ist und seinen Fähigkeiten entspricht. Außerdem drängt die Zeit."
Mit einem Wink zu Kriemhilde, machte er sich knurrend auf den Weg in der Küche. Kriemhilde folgte ihm, wohl auch nicht ganz glücklich mit ihrer Aufgabe. Aber ohne ihren Bogen war sie fast schutzlos. Der Bogen...ich wüßte zu gern wie es möglich sein konnte, daß er verschwindet. Wer könnte den magischen Kreis durchbrochen haben?

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"Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheit ihres Geistes und ihrer Sprache raubt."
- J. G. Herder -