Der aktuelle Nato-Bericht zu den Vorkommnissen vom 3.September 2009 enthält sowohl belastende, als auch entlastende Details zu den Vorwürfen gegen Oberst Klein. Demnach habe sich Klein nicht an das übliche Standard-Einsatzverfahren gehalten, das als erste Stufe lediglich einen "deeskalierenden" Tiefflugeinsatz von F-15 Kampfflugzeugen über die angegebenen Zielobjekte vorsieht. Am vergangenen Donnerstag erhielt Oberst Klein Rückendeckung von Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr. In seiner Stellungnahme bezeichnete Schneiderhan die Entscheidung Kleins als durchaus gerechtfertigt.
Die eindeutige Parteinahme des Generalinspekteurs läßt einen offensichtlichen Wandel im Verhältnis der Bundeswehr zur Nato erkennen. Fest eingebunden in dieses mehr als fragwürdige "Schutz- und Trutzbündnis" scheint die Bundeswehr zu einer Art Selbstbewußtsein zu finden. Relativ unbeeindruckt von den Angriffen und Kritiken der Nato-Bündnispartner hält Schneiderhan an der Entscheidungskompetenz seines Untergebenen fest. Eine Entwicklung, die sich auf dem außenpolitischen "Schlachtfeld" hoffentlich nicht als einmaliger Vorstoß erweisen wird.
Artikel: http://www.spiegel.de/politik/deutschlan…,658450,00.html
M.k.G.
Njörd