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Montag, 1. September 2008, 07:54

Cajeput

Melaleuca leucadendron L.

Abb.: Köhler's Medizinal-Pflanzen 1887

Herkunft:
Malayisch caju-puti= weißer Baum/weißes Holz

Indonesien

Volksname:
Kajeputbaum, Weißer Teebaum, Weißbaum

Pflanzenfamilie:
Myrtengewächse (Myrtaceae); zählt zur Familie der über 300 Teebaumarten

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Knospen und Zweigspitzen

Inhaltsstoffe:
Aldehyde, 50–60 % aus Cineol, Ester, Eugenol, Limonene , Methyleugenol, Terpineol, Monoterpenole, Monoterpene, Sesquiterpene, Sesquiterpenole u.a.

Heilwirkung:
Das durch Wasserdampfdestillation gewonnene Cajeputöl (Oleum Cajeput) wirkt stark antiseptisch, blutreinigend, entspannend, fiebersenkend, krampflösend, schleimlösend, schmerzlindernd und schweißtreibend. Der Geruch ist kampferähnlich und erinnert an Eukalyptus, aber milder und eignet sich daher besonders gut zur Anwendung bei Kindern. (Bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Gesicht auftragen.)

In der Volksmedizin ist das Öl als ein "Allheilmittel" bekannt, denn der Wirkungsbereich erstreckt sich praktisch von Akne bis Venenstauung.

Angewendet wird es sowohl äußerlich als auch innerlich bei Bronchitis, Blähungen, Erkältungen, Grippe, Harnwegsinfektionen, Koliken, Kopfschmerzen, Migräne, Nasennebenhöhlen- und beginnenden Mittelohrentzündungen, Mageninfektionen, Magenbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Rheuma, Übelkeit und Zahnschmerzen. Bei Erkältungskrankheiten wirkt es entzündungswidrig, reizmildernd, desinfizierend für Mund und Rachen und beugt so einer Ansteckungsgefahr vor.

Als Einreibung wird es bei Frostbeulen, Hautkrankheiten, Nerven- und Gelenkschmerzen, rheumatischen Beschwerden, Hexenschuß, Gicht und Ischias angewendet. Bei Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen, Verrenkungen und Muskelkrämpfen und bei Insektenstichen hat es eine beruhigende, kühlende, durchblutungsfördernde und schmerzstillende Wirkung außerdem verhindert es die Entstehung von Blutergüssen.

Bei Hautkrankheiten verdünnt zum Waschen und als Kompresse (Akne, Schuppenflechte) trägt es zur Verfeinerung des Hautbildes bei. Enthalten ist es auch in Hautcremes, Shampoos, Pflegemitteln, Badezusätzen und Mundwassern.

In der asiatischen Medizin ist Cajeputöl Bestandteil der traditionell verwendeten "Tiger Drops".

Als Badeöl oder zur Inhalation bei Erkältungskrankheiten mit festsitzendem Schleim, besonders in Stirn- und Nasennebenhöhlen bekommt man schnell wieder einen klaren Kopf und kann frei durchatmen zudem regt es den Geist an. Zusätzlich in der Duftlampe einige Tropfen mit Wasser verdampft reinigt es auch die Raumluft.

Enthalten ist es z.B. in Liniplant® Inhalat (Eukalyptusöl, Cajeputöl) und in Olbas Tropfen (Pfefferminzöl, Cajeputöl, Eukalyptusöl, Wacholderbeeröl, Gaultheriaöl)

Eine zu hohe Dosierung kann Vergiftungserscheinungen hervorrufen, z.B. Übelkeit, Atemnot und Muskelschwäche. Während der ersten Schwangerschaftshälfte sollte aufgrund der hormonartigen Wirkung auf die Anwendung verzichten werden.

Außerdem wird Cajeputöl auch zur Herstellung von Süßwaren und Kosmetikprodukten verwendet.

Früher nutzte man die Wirkung des Cajeputöls auch bei Insektensammlungen, um diese gegen die Verwesung und Zerstörung durch kleineres Ungeziefer zu schützen. Im Kleiderschrank gemischt mit Lavendel als Duftkissen benutzt, dürfte jeder Motte der Appetit vergehen.


Bei langanhaltenden, wiederkehrenden oder sich verstärkenden Beschwerden, sollte immer ein erfahrener Mediziner zur Abklärung der Ursachen konsultiert werden.


"Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheit ihres Geistes und ihrer Sprache raubt."
- J. G. Herder -

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