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Mittwoch, 20. Mai 2009, 23:00

Kalenderblatt vom 20. Mai | Auszug Hans-Ulrich Rudel - Aus Krieg und Frieden, Tagebuchblätter 1945 und 1952


1631:
Dreißigjähriger Krieg - Kaiserliche Truppen unter dem Feldherrn Tilly nehmen die Stadt Magdeburg ein.

1764:
*
Johann Gottfried Schadow, in Berlin - preußischer Grafiker und der bedeutendste Bildhauer des deutschen Klassizismus. Seine Hauptwerke sind das Grabmal des Grafen von der Mark (1790) und die Quadriga auf dem Brandenburger Tor (1794).

1802:
Sonderfrieden zu Paris - Im Zweiten Koalitionskrieg verzichtet Württemberg zugunsten Frankreichs auf seine linksrheinischen Gebiete.

1813: Die Schlacht bei Bautzen beginnt. Die Armee der verbündeten Russen und Preußen mit 94.000 Mann steht der Armee von Napoleon mit 160.000 Mann gegenüber.

1846:
* Alexander von Kluck
, in Münster - Generaloberst. Oberbefehlshaber der 1. Armee in der Marneschlacht.

1848:
Königlicher Entwurf eines Verfassungs-Gesetzes für den preußischen Staat.

1875:
Die internationale Meterkonvention (Convention internationale du mètre) - 17 Staaten unterzeichnen einen Vertrag mit dem Ziel, Maß und Gewicht international zu vereinheitlichen, der Meter als einheitliches Längenmaß.

1882:
Abschluß des Dreierbundes zwischen Deutschem Reich, Österreich-Ungarn und Italien.

1906:
Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins in Hamburg. Beklagt wird die zu gering ausgefallene Verstärkung der Marine.

1913:
Zusammentreffen des brit. Königs Georg V. mit dem russ. Zaren Nikolaus II. und dem deutschen Kaiser Wilhelm II. anläßlich der Hochzeit der einzigen Tochter von Wilhelm II., Viktoria Luise, am 24. Mai in Berlin. Die Zusammenkunft erweist sich als politisch relevant für die Vorgeschichte des Weltkrieges.

1915:
An Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg wird eine Eingabe über die deutschen Kriegsziele von sechs führenden deutschen Wirtschaftsverbänden gerichtet. Sie fordern die Annexionen im Osten und Westen, sowie ein deutsches Kolonialreich.

Die "Tribuna" aus Rom meldet, daß ein von 72 Senatoren unterzeichneter Antrag an die Regierung fordert, das österreichische Angebot nochmals durch eine gemeinsame Kommission beider Kammern prüfen zu lassen, bevor Italien in den Krieg eintritt.

Die Frankfurter Zeitung berichtet aus Mailand: Die letzten Zweifel darüber, daß in Italien der Krieg unmittelbar bevorsteht, sind nunmehr geschwunden. Die Volksbewegung in der letzten Woche ist der Ruhe gewichen, die dem Sturme vorauszugehen pflegt.

Die Kündigung des Dreibunds durch Italien – Ministerpräsident Salandra hat im Parlament mitgeteilt, daß Italien das Bündnis mit Österreich-Ungarn gekündigt habe.

Die englische Gesandtschaft in Bern gibt zu, daß die "Lustania" auf ihrer letzten Fahrt Kriegsmaterial für die englischen Truppen an Bord hatte.

Bericht aus dem Großen Hauptquartier
Bericht der deutschen Heeresleitung vom westlichen Kriegsschauplatz:
Trübes unsichtiges Wetter hemmte gestern in Flandern und Nordwestfrankreich die Gefechtstätigkeit. Auf der Lorettohöhe machten wir kleine Fortschritte. Bei Ablain wurde ein nächtlicher feindlicher Vorstoß im Nahkampf abgewiesen. Zwischen Maas und Mosel war der Artilleriekampf besonders heftig. Gegen Morgen gingen die Franzosen östlich Ailly in breiter Front zum Angriff vor, der überall, zum Teil in erbittertem Handgemenge, von uns abgewiesen wurde.

Bericht der deutschen Heeresleitung vom östlichen Kriegsschauplatz:
Mit den auf der Linie Shagori - Frauenburg im Vormarsch gemeldeten stärkeren feindlichen Kräften ist es zu keiner Gefechtsberührung gekommen. An der Dubissa wurden russische Angriffe abgeschlagen; 900 Gefangene und 2 Maschinengewehre blieben in unserer Hand. Gestern griffen wir nördlich Podubis an, nahmen die Höhe 105 und machten weitere 500 Gefangene. Die südlich des Njemen vordringenden russischen Kräfte wurden bei Grycszkabuda - Syntowty - Szaki völlig geschlagen. Die Reste des Feindes flohen in östlicher Richtung in die Wälder, kleinere Abteilungen halten noch Sutki. Die blutigen Verluste der Russen waren sehr schwer, die Zahl der Gefangenen erhöhte sich deshalb nur auf 2200, ferner wurden vier Maschinengewehre erbeutet.

Bericht der deutschen Heeresleitung vom südöstlichen Kriegsschauplatz:
Unsere über den San nördlich Przemysl vorgedrungenen Truppen wurden gestern nachmittag erneut von den Russen in verzweifelten Anstürmen angegriffen. Der Feind wurde überall unter sehr erheblichen Verlusten zurückgeworfen. Heute früh gingen wir auf einem Flügel zum Gegenstoß über und stürmten die Stellungen des Gegners, der eiligst flieht.

1916:
Bericht aus dem Großen Hauptquartier
Bericht der deutschen Heeresleitung vom westlichen Kriegsschauplatz:
In den Argonnen drangen deutsche Patrouillen nach eigenen Sprengungen bis in die zweite feindliche Linie vor. Sie stellten beim Feinde starke Verluste an Toten fest und kehrten mit einigen Gefangenen zurück. Gegen unsere neugewonnenen Stellungen beiderseits der Straße Haucourt-Esnes wiederholt gerichtete Angriffe wurden wiederum glatt abgewiesen.

Fünf feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, und zwar eines durch Infanteriefeuer südöstlich von Vailly, die anderen vier im Luftkampf bei Aubreville, am Südrand des Hessenwaldes, bei Avocourt und dicht östlich von Verdun. Unsere Flieger griffen feindliche Schiffe an der flandrischen Küste, Unterkunftsorte, Flughäfen und Bahnhöfe bei Dünkirchen, St. Pol, Dixmuiden, Poperinghe, Amiens, Chalons und Suippes mit Erfolg an.

Bericht der deutschen Heeresleitung vom östlicher Kriegsschauplatz:
In der Gegend von Smorgon brachte ein deutscher Flieger nach Luftkampf ein russisches Flugzeug zum Absturz.

Balkankriegsschauplatz:
Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz:
An der Südtiroler Front warfen unsere Angriffe den Feind weiter zurück.
Im Suganatal drangen unsere Truppen in Rundschein (Roncegno) ein. Auf dem Armenterrarücken bemächtigten sie sich des Sasso Alto. Östlich des eroberten Werkes Campomolon sind die Tonezzaspitzen, der Passo della Vena und der Monte Melignone in unserer Hand. Hier versuchten die Italiener mit eilends zusammengerafften Kräften einen Gegenangriff, der sofort abgeschlagen wurde. Auch vom Col Santo ist der Feind bereits vertrieben.

Seit Angriffsbeginn nahmen unsere Truppen 257 Offiziere, über 12900 Mann gefangen und erbeuteten 107 Geschütze, darunter 12 28-cm-Haubitzen und 68 Maschinengewehre.

Unsere Flieger belegten die Bahnhöfe von Peri, Vicenza, Citadella, Castelfranco, Treviso, Casarta und Cividale sowie die feindlichen Seeflugstationen mit Bomben.

Neuer erfolgreicher Luftangriff auf England - In der Nacht vom 19. zum 20. Mai hat ein Marineflugzeuggeschwader von der flandrischen Küste auf die Hafen- und Befestigungsanlagen von Dover, Deal, Ramsgate, Broadstaires und Margate ausgiebig mit Bomben belegt und dabei an zahlreichen Stellen gute Brand- und Sprengwirkung beobachtet. Die Flugzeuge wurden von feindlichen Landbatterien und Bewachungsfahrzeugen heftig beschossen. Sie sind sämtlich unversehrt zurückgekehrt.

In Hamburg öffnet eine Kriegsausstellung in der u.a. Beutestücke von allen Fronten wie Flugzeuge, Geschütze, Munition und Uniformen ausgestellt sind.

1917:
Bericht aus dem Großen Hauptquartier
Bericht der deutschen Heeresleitung vom westlichen Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht:
Bei Arras hat die Kampftätigkeit wieder zugenommen. Beiderseits von Monchy griffen die Engländer abends nach kurzer heftiger Feuervorbereitung mit starken Kräften an; sie wurden restlos abgewiesen. Während der Nacht war die Artillerietätigkeit zwischen Acheville und Quéant außerordentlich lebhaft. Mit Tagesanbruch setzte in dieser Linie stärkstes Trommelfeuer ein, dem südlich der Scarpe englische Angriffe folgten.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz:
Während an der Aisne in der Stärke des Feuers keine wesentliche Änderung eingetreten ist, nimmt in der Westchampagne die Heftigkeit des Artilleriekampfes zu. Die von uns am 18. Mai genommene Stellung bei Braye wurde gegen einen starken französischen Angriff restlos behauptet. Im Luftkampf und durch Abwehrfeuer büßte der Feind gestern 8 Flugzeuge ein.

Bericht der deutschen Heeresleitung vom östlicher Kriegsschauplatz:
Keine besonderen Ereignisse.

Mazedonische Front:
Mehrere feindliche Angriffe gegen die Höhenstellung von Kravica (östlich der Cerna) wurden unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen.

Italienischer Kriegsschauplatz:
Die 10. Isonzoschlacht nimmt ihren Fortgang. Die italienische Infanterie verhielt sich gestern bis in die Nachmittagsstunden ziemlich untätig, um so heftiger waren namentlich im Raum zwischen Tolmein und Görz - der Artilleriekampf. Am Nordflügel dieses Abschnittes zwang die zusammengefaßte Wirkung unserer Geschütze den bei Auzza noch am linken Flußufer angeklammerten Feind, über den Isonzo zurückzuweichen. Nach 3 Uhr nachmittags schritt bei Vodice feindliche Infanterie abermals zu einem außerordentlich starken Angriff. Es kam zu wütenden Kämpfen, aus denen schließlich nach stundenlangem Ringen Mann gegen Mann unsere tapferen Truppen als Sieger hervorgingen. Der Feind wurde im Gegenangriff unter schwersten Verlusten die Höhen hinabgeworfen. Gleicherweise scheiterte östlich von Görz ein beiderseits des Rosentales angesetzter Vorstoß der Italiener. Auf der Karsthochfläche holte eine Sturmtruppe 3 Offiziere und 30 Mann aus den feindlichen Verschanzungen.

Abendbericht:
Am Isonzo wurde heute um en Monte Santo erbittert gekämpft. Unsere Truppen behaupteten siegreich ihre Stellungen.

Vor der flandrischen Küste kam es am Morgen zu einem Vorpostengefecht zwischen deutschen und französischen Torpedobooten, wobei der Gegner mehrere Treffer erhielt. Unsere Boote kehrten ohne Verluste und Beschädigung zurück.

Nikaragua hat die Beziehungen zum Deutschland abgebrochen.

1918:
Bericht aus dem Großen Hauptquartier
Bericht der deutschen Heeresleitung vom westlichen Kriegsschauplatz:
Im Kemmelgebiet nahm die Feuertätigkeit am Abend und gegen Mitternacht erheblich an Stärke zu. Heute früh haben sich dort heftige Artilleriekämpfe entwickelt. Auch an den übrigen Kampffronten lebte die Gefechtstätigkeit vielfach auf. Auf dem Südufer der Ancre griff der Engländer am frühen Morgen mit starken Kräften an. In Ville sur Ancre drang er ein. Versuche des Feindes, im Ancretal weiter vorzudringen, scheiterten. Mehrfacher gegen Morlancourt gerichteter Ansturm brach vor dem Dorfe blutig zusammen. An vielen Stellen der Front wurden englische und französische Erkundungsvorstöße abgewiesen. In Vorfeldkämpfen und bei erfolgreicher Unternehmung nördlich von St. Mihiel machten wir Gefangene.

In letzter Nacht wurden London, Dover und andere englische Küstenorte erfolgreich mit Bomben angegriffen.

An er Südwestfront sind beiderseits Erkundungstruppen und Flieger nach wie vor in reger Tätigkeit.

Abendbericht:
Starke französische Angriffe gegen den Kemmel sind unter schweren Verlusten gescheitert.

Der amerikanische Kriegsminister Backer hat beschlossen, in nächster Zeit ein größeres amerikanisches Truppenkontingent an die italienische Front zu senden um das italienische Heer zu verstärken.

1921:
Zwischen dem Deutschen Reich und China wird in Peking ein Friedensvertrag unterzeichnet.

1932:
Engelbert Dollfuß wird österreichischer Bundeskanzler.

1933:
Der frühere preußische Innenminister Severing hat auf der Fahrt von Bielefeld nach Berlin, wo er an der Reichstagssitzung teilnehmen wollte, in der Bahn einen Nervenzusammenbruch erlitten.

1934:
In Trier wird die Pfingsttagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland von Vizekanzler Franz von Papen eröffnet. In seiner Rede fordert er den Völkerbund auf, die Grenzen an der Saar wiederherzustellen, die seit einem Jahrtausend deutsches Volkstum umfaßten.

1935:
Unter dem Vorsitz des sowjet-russischen Volkskommissar Litwinow wird die Völkerbundversammlung eröffnet. Auf der Tagesordnung stehen insbesondere: Der Konflikt zwischen Abessinien und Italien, die Verantwortung für das Marseiller Attentat, die Grenze zwischen Iran und Irak, die finanzielle Lage Österreichs, Ungarns und Bulgariens und Maßnahmen zugunsten der Flüchtlinge aus dem Saargebiet.

1938:
Tschechischer Terror - Der politische Ausschuß der Sudetendeutschen Partei (SdP) protestiert bei der Regierung in Prag. Bei Veranstaltungen in Prag und Brünn kam es zu einer Menschenjagd auf Deutsche durch die aufgehetzte Menge, die Sicherheitsorgane sind ihrer Pflicht nicht nachgekommen. Eine Fortführung der Gespräche um ein Nationalitätenstatut wird aus den genannten Gründen abgelehnt, solange die primitivsten verfassungsmäßigen Rechte des Sudetendeutschtums nicht garantiert werden.

Das ungarische Judengesetz wurde auch vom Oberhaus angenommen. Minister Imredey betonte, "daß eine kirchenrechtliche Diskussion über die Konfession der getauften Juden nicht im Vordergrund stehe, da es sich bei er Judenvorlage nicht um die Lösung eines konfessionellen Problems handle, sondern um ein sozialpolitisches Problem, welches vor allem durch die Eigenart der jüdischen Rasse und des jüdischen Geistes entstanden sei. Deshalb müsse man sich mit der von der Regierungsvorlage annähernd erreichten gerechten Lösung zufrieden geben, um die höchsten Interessen der ungarischen Nation zu wahren."

1940:
Die Panzergruppe Kleist erreicht die Somme-Mündung. Jetzt sind sämtliche nördlich dieses "Sichelschnittes" befindlichen belgischen, britischen und französischen Kräfte von allen Landverbindungen abgeschnitten.

1941:
7.15 Uhr Uhr - Das Luftlandeunternehmen "Merkur" auf Kreta beginnt in drei Gruppen:
  • West (Malames) unter Generalmajor Meindl
  • Mitte (Chania und Suda) unter Generalleutnant Süßmann (beim Anflug abgestürzt)
  • Ost (Iraklion) unter Generalleutnant Ringel.
Die Gesamtleitung wird der Luftflotte 4 unter Generaloberst Alexander Löhr übertragen.


Die Überführung der 3. Aufmarschstaffel an die Ostfront ist abgeschlossen. An der deutsch.sowjetischen Grenze sind damit 120 deutsche Divisionen aufmarschiert.

In Helsinki unterrichtet der Gesandte Schnurre den finn. Staatspräsidenten Ryti über die sowj. Forderungen hinsichtlich Finnlands beim Besuch Molotows in Berlin im November 1940.

Den Sowjets wurde durch den Spion Sorge der voraussichtliche Termin des deutschen Angriffs am 22. Juni mitgeteilt.

1942:
Durch eine Sondermeldung wird bekanntgegeben, daß deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generalobersten von Manstein, unterstützt durch starke Luftwaffenverbände unter Führung der Generalobersten Löhr und Freiherr von Richthofen, in der Verfolgung des geschlagenen Feindes die Meerenge von Kertsch in ganzer Breite erreicht und die letzten stark befestigten Brückenköpfe beiderseits der Stadt nach erbittertem Widerstand genommen haben.

1943:
In der Nacht zum 21. Mai 76 Feindeinflüge in das Reichsgebiet. Berührt wurden: der Raum Berlin, Raum Bremen - Hannover und Osnabrück. In Norddeutschland wurden Angriffe gegen Züge durchgeführt. Bordwaffenangriffe auf fahrende Güterzüge in Soltau, bei Löhnenbrück, auf der Strecke Osnabrück - Bremen. Bei Hannover Angriff auf ein Stellwerk. Bei Uelzen Angriff auf eine einzeln fahrende Lokomotive (Lokführer leicht verletzt), desweiteren hier Angriffe auf die Rangierabteilung. Bei Lemförde und Bentheim Bordwaffenangriffe auf einen Güterzug.

Bei der Heeresgruppe Mitte hat die 2. Panzer-Armee das Unternehmen "Zigeunerbaron" gegen teilweise zähen Widerstand fortgesetzt.

Bei der 4. Armee wurden die Tagesziele im Unternehmen "Nachbarschaftshilfe" überall erreicht.

Bei der 3. Panzer-Armee können die Tagesziele im Unternehmen "Maigewitter" nur gegen stärkeren Widerstand erreicht werden.

Bei der Heeresgruppe Nord lebhaftes feindliches Artilleriestörfeuer auf Bahnhöfe Mga, Tossno und Ssablino. An der Ostfront verlaufen alle Transporte und Bewegungen planmäßig.

In Kroatien anhaltende örtliche Bandentätigkeit. Viehdiebstahl, Ernte- und Eisenbahnsabotage. Nordwestlich Banja Luka Sabotage an Gleisanlagen und Überfall auf einen Personenzug. 15 deutsche Soldaten tot 20 werden vermißt.

In Serbien zunehmende Unruhen im mittleren und westlichen Abschnitt. Es wurden zwei V-Leute der Division ermordet. In Mladenovac wurden 20 Kommunisten mit dem Kommissar von der serbischen Staatswache verhaftet. Ein Angriff auf den Lazarettzug von serb. Freiwilligen Korps und der serb. serbischen Staatswache konnte abgewiesen werden. Südwestlich von Belgrad wurde ein Omnibus überfallen, mehrere Tote und Verwundete.

In Giechenland, im Raum Florina, Auftreten von örtlichen Banden - Plünderungen, Erpressungen und Bedrohungen der Bevölkerung.

1945:
DEUTSCHE ALS OPFER - Lebende Fackeln - Prag, Wenzelsplatz

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Einschätzung der politischen Lage im Deutschen Reich nach Generaloberst Jodl bei den Lagebesprechungen

Zitat

Man muß sich auf den Standpunkt stellen, daß die Konventionen gelten und Recht eben Recht bleiben muß. Wir dürfen nicht gezwungen werden, Maßnahmen durchzuführen, die nicht mit dem Recht in Einklang stehen.

Wir haben das Recht, den anderen dauern das Unrecht nachzuweisen.


Erstellt Montag, 12. Mai 2008, 17:32 Uhr


"Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheit ihres Geistes und ihrer Sprache raubt."
- J. G. Herder -

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Donnerstag, 21. Mai 2009, 13:40

Auszug Hans-Ulrich Rudel - Aus Krieg und Frieden, Tagebuchblätter 1945 und 1952

20. Mai 1945

Heute Nachmittag um 4 Uhr wurde Niermann alleine vernommen.

Das Verhör war ausgesprochen kurz. Es drehte sich wieder um die Technik des Panzerabschießens. Nachdem man ihm einige Fragen vorgelegt hatte und er nicht die geringste Lust zum Antworten zeigte, wurde ihm gesagt, ich hätte es bereits erklärt. Darauf meinte Niermann: "dann brauchen Sie mich doch nicht mehr so dumm zu fragen". Da wurde er kurzerhand rausgeschmissen. Um zwölf Uhr nachts wurde er dann wieder herausgeholt. [...] Ihn erwarteten Whisky und Zigaretten in Hülle und Fülle. Niermann lehnte höflichst ab, dann kam das Gespräch auf seine Afrikazeit. Zu seinem großen Erstaunen stellte Niermann fest, daß die Engländer genaue Daten über die Verlegung, Angriffe, Personalbesetzung usw. seiner Einheit besaßen. "Wir wußten immer genau Bescheid, meistens 24 Stunden vorher, nur ab und zu 24 Stunden nachher", bemerkte der Engländer lakonisch. Dann kam das Gespräch auf die englische Flak in Tobruk, und waren die Engländer an der Reihe erstaunt zu sein, als Niermann sagte: "Lieber zehnmal nach Tobruk fliegen als einmal in die russische Weiberflak!" (In Beketowka südl. Stalingrad schoß eine mörderische Flak, die Gefangenen aus diesem Raum sagten übereinstimmend aus, daß die Geschützbedienungen vornehmlich durch Frauen gestellt wurden). Dann wurde ich hinzu geholt und haben wir uns mit Colonel King bis vier Uhr morgens angeregt unterhalten. Gesprächsthema waren: „Nazis“, Politik, Krieg, Rußland usw. Man bekam den Eindruck, daß sogar die höheren Offiziere sehr wenig politischen Einblick hatten. Wenn wir von einem Konflikt zwischen Ost und West sprachen und der fast unabwendbaren Zwangsläufigkeit einer kriegerischen Auseinandersetzung, sagte King: "Wieso Krieg mit Rußland? Die Sowjetrussen sind ja unsere besten Freunde und alles wird am grünen Tisch geregelt – so sagt man uns wenigstens."

King sieht aber sonst die Lage nicht unklar und nimmt oft seine Zuflucht zu einem beißenden Sarkasmus, um dem Zwang einer grundsätzlichen These aus dem Wege zu gehen. Über Rußland haben wir uns sehr lange unterhalten. Einer der Offiziere meinte, daß Rußland unter keinen Umständen zu einem neuen Krieg imstande wäre, und brachte zum Ausdruck, daß es mindestens zehn Jahre dauern würde, bevor es sich einigermaßen von dem letzten Krieg erholt haben würde. Als wir darauf hinwiesen, wie rasend schnell Rußland sich von den schweren Schlägen erholt hätte, die es im Sommer und Herbst 1941 bekommen hatte. Und wir unsere Ansicht äußerten, daß die Sowjet-Union vielleicht unbesiegbar sei, wenn man ihr auch nur drei oder vier Jahre Zeit ließe, glaubte keiner der Offiziere daran. Es war ihnen anscheinend bequemer zu glauben, die Sowjet-Union hätte überhaupt nur standhalten können auf Grund der alliierten Hilfsleistungen. Als ich ihnen sagte, daß der russische Panzer den alliierten weit überlegen sein, und wir immer gerne die Shermans angriffen, weil sie gleich in die Luft flogen, während der T-34 oder gar der Stalinpanzer oft mehrmalige Ausflüge und zähes "Draufrumhacken" erforderte, waren die Herren sehr verwundert. Ich machte ihnen klar, daß die Vorzüge des russischen T-34 so vielseitig waren, daß man ihn vielleicht nicht mit Unrecht als den besten Panzer des zweiten Weltkriegs betrachten kann. [...]

Hans-Ulrich Rudel: "Verloren ist nur, wer sich selbst aufgibt!"


"Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheit ihres Geistes und ihrer Sprache raubt."
- J. G. Herder -

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