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Montag, 18. Mai 2009, 10:25

Kalenderblatt vom 18. Mai | Auszug Hans-Ulrich Rudel - Aus Krieg und Frieden, Tagebuchblätter 1945 und 1952


1190:
Auf dem Dritten Kreuzzug besiegt Kaiser Friedrich I. Barbarossa in der Schlacht bei Iconium die Rum-Seldschuken.

1782:
*
Adolf Freiherr von Lützow, in Berlin - preußischer Generalmajor, Führer des Freikorps und Kommandeur des Ulanenregiments. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Garnison-Friedhof in Berlin.

1792:
Russland marschiert unter dem Vorwand verfolgte russische Staatsangehörige zu schützen in Polen-Litauen ein, um die liberale Verfassung vom 3. Mai 1791 rückgängig zu machen.

1810:
Gränzvertrag zwischen dem Königreich Baiern und dem Königreich Würtemberg.

1803:
Die britische Regierung geht über den Frieden von Amiens hinweg und erklärt den Franzosen den Krieg.

1804:
Napoléon Bonaparte proklamiert das Französische Kaiserreich.

1848:
In Frankfurt am Main tritt erstmals die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche zusammen und tagt vom 18. Mai 1848 bis zum 31. Mai 1849. Die erste direkt gewählte Vertretung des deutschen Volkes soll eine gültige Verfassung für ganz Deutschland ausarbeiten und einen geeinten Nationalstaat schaffen.

1906:
Kaiser Wilhelm II. äußert bei einem Empfang in der lothringischen Stadt Diedenhofen die Überzeugung, "daß es auch fernerhin Mir gelingen wird, gestützt auf unsere Wehrkraft, dem Deutschen Reich den Frieden zu erhalten und zu verbürgen, dass die Lothringer ungestört ihrer Arbeit nachgehen können".

1917:
Honduras hat die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgebrochen.

1921:
Zur Abwehr der pol. Verbände beauftragen Reichskanzler Wirth und Reichswehrminister Gessler, General Hoefer die Führung der Freikorpsverbände (Orgesch, Oberland, Rossbach und Studentenbataillone) zu übernehmen.

1928:
Im Beisein von Reichspräsident Paul von Hindenburg wird in Berlin der Grundstein für den Erweiterungsbau der Reichskanzlei gelegt.

1930:
In Berlin startet das deutsche Luftschiff "Graf Zeppelin" zu seiner ersten Südatlantiküberquerung.

1933:
Der preußische Landtag hat in seiner heutigen Sitzung das Ermächtigungsgesetz mit der für Verfassungsänderungen notwendigen 2/3 Mehrheit angenommen. Ministerpräsident Göring führt u.a. aus, [...] "daß der Geist des alten Preußen wieder in Erscheinung treten und in diesem Sinne auch die Stadtverwaltung reformiert werden müsse." [...]

1938:
Franz. Kabinett - Hinsichtlich des gemeinsam mit England unternommenen Schrittes zur Lösung der Nationalitätenfrage in der Tschechoslowakei, hat der Ministerrat erklärt, die franz. Regierung werde mit allen Kräften das englische Kabinett unterstützen, damit dieses Problem aus dem internationalen Gebiet ausgeschaltet werde.

Zunehmende Bolschewisierung der Roten Armee - Zerfall der Organisation, Mängel in der Ausrüstung, Verfall der Disziplin, schlechte Haltung der Soldaten, sowie die Unkenntnis und die Trunkensucht der Kommandanten tragen alarmierenden Charakter. Das Ziel, was Moskau mit der Bolschewisierung verfolgt, erklärte Marschall Woroschilow in einem Tagesbefehl am 1. Mai, [...]"daß in einem neuen Weltkrieg die ganze Welt der Bourgoisie zugrunde gehen werde". Im "sowjetischen Jargon" ist hier unter Bourgoisie alles was nicht bolschewistisch ist zu verstehen.

1939:
Der baldige Abschluß von Nichtangriffsverträgen mit Lettland, Estland und Dänemark wird vom deutschen Auswärtigen Amt bekannt gegeben.

1940:
Bei den feindlichen Luftangriffen gegen verschiedene Städte im norddeutschen Küstengebiet, insbesondere Hamburg und Bremen und in Westdeutschland, wurden abgesehen von einer Kaserne, ausschließlich nicht-militärische Ziele planlos angegriffen. Im Hinblick auf die sich daraus ergebenden Folgerungen stellt dies das deutsche Oberkommando der Wehrmacht (OKW) ausdrücklich fest.

Der holländische Kommandant hat die Kapitulation angeboten.Teile der in den Häfen liegenden holländischen Kriegsmarine wurden in Besitz genommen; die holländischen Küstenbatterien besetzt.

An zwei Stellen gelang es in den äußeren Gürtel der Festung Antwerpen einzubrechen. Im schnellen Angriff wurde die Festungsfront von Antwerpen durchbrochen; deutsche Truppen im Stadtinneren.

Durch die von Drontheim nach Norden vorstoßende Gruppe "Feuerstein" wird Mo, zwischen Drontheim und Narvik besetzt, um die Verbindung zur Gruppe "Dietl" herzustellen.

Die französischen Grenzbefestigungen wurden südlich Maubeuge durch deutsche Panzerkorps durchstoßen; zwei feindliche Divisionen sind zerschlagen und die Verfolgung des weichenden Feindes aufgenommen bis an die obere Oise.

Wiedereingliederung der belgischen Gebiete Eupen, Malmedy und Moresnet in das Deutsche Reich.

Dr. Seyß-Ingquart wird Reichskommissar für die Niederlande.

1941:
Das Schlachtschiff "Bismarck" (Lindemann) und der Schwere Kreuzer "Prinz Eugen" (Brinkmann) laufen unter der Führung Admiral Lütjens von Gotenhafen als Unterstützung zum Unternehmen Rheinübung Richtung Atlantik aus.

In der vergangenen Nacht warf der Feind an verschiedenen Orten Westdeutschlands, u. a. in Köln, Spreng- und Brandbomben. Wohnhäuser wurden zerstört und Gleisanlagen geringfügig beschädigt. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten zu beklagen. Zwei der angreifenden Flugzeuge wurden von unseren Nachtjägern abgeschossen.

Kapitulation der italienischen Hauptkräfte (18.000 Mann) unter dem Herzog v. Aosta am Amba Alagi.

Zwischen Italien und Kroatien wird ein Staatsvertrag abgeschlossen. Kroatien tritt an die Seite der Achsenmächte. Italien erhält fast ganz Dalmatien und die meisten der dalmatinischen Inseln.

1942:
Heeresgruppe Süd (Osten: Die 11. Armee ist mit starken konzentrischen Kräften gegen die im Raum ostwärts Kertsch eingeschlossenen Feindteile vorgegangen. Nördlich Majaki wurde der Leuchtturm eingenommen.

Sewastopol-Front: Der zweimalige Vorstoß schwächerer Kräfte auf den Nordteil der Einschließungsfront wurde abgewiesen. Im Hafen ist regerer Schiffsverkehr als gewöhnlich zu beobachten.

Die Armeegruppe v. Kleist ist an der Nordfront von Slawjansk bis Doropolje gestern Vormittag planmäßig zum Angriff angetreten. Der heute im Morgengrauen einsetzende Angriff traf den Feind völlig unerwartet. Die starken Angriffsgruppen durchbrachen den zähen Widerstand, der durch Angriffe der Luftwaffe wirksam unterstützt wurde. Bis zum Nachmittag wurde die Linie Bogoroditschnoje-Doljenskaja und Barwenkowa erreicht.

Bei der 6. Armee setzte der Feind seine Angriffe unter Einsatz zahlreicher Panzer mit großer Heftigkeit an beiden Einbruchstellen fort. Etwa 150 Panzer traten Nordostwestlich Charkow auf. Dank der Standfestigkeit der eigenen Truppen wurden alle Angriffe abgewiesen. Überlegene Feindkräfte drangen in den Ortsteil Krasnograds ein. Südlich Charkow wurde die Linie gehalten. Ostwärts Charkow gehen die eigenen Panzerkräfte nordwestlich Saltow zum Angriff vor.

Bei der Heeresgruppe Nord starkes Artilleriefeuer im Südteil der Demjansk-Front, ebenso auf auf die Stellungen nördlich des Illmensees und auf den Nordteil des Kessel am Wolchow. Die Angriffe auf die Sperrlinie von Westen her konnten abgewiesen werden.

1944:
Nach langer und erfolgreicher Verteidigung, aber auch unter verlustreichen Kämpfen, muß der Klosterberg Monte Cassino aufgegeben werden und wird von alliierten Truppen besetzt.

1945:
Abgabe der zur Zeit von den Amerikanern besetzten Gebiete ostwärts des Elbe-Trave-Kanals an die Russen. Dieser soll in den nächsten Tagen erfolgen. Die Zugehörigkeit Lübecks ist noch ungeklärt.

Einschätzung der politischen Lage im Deutschen Reich nach Generaloberst Jodl bei den Lagebesprechungen

Besonders in den Pressepolemiken kann ein tiefer Haß gegen alles Deutsche festgestellt werden kann.

Demnach tritt Grenze nach "Eclipse" * doch in Kraft.

Über russisches Verhalten besteht noch keine Klarheit. Es ist wahrscheinlich, daß der Russe das von ihm besetzte Land bald besser geordnet haben wird, als die Besatzungszone der Westmächte durch diese verwaltet wird. Der Russe wird versuchen – beginnend jetzt schon durch propagandistische Einwirkungen -, möglichst viele deutsche Menschen auf sein Gebiet zu ziehen, bzw. sich geneigt zu machen. Wenn wir diesen Weg beschreiten und zum Russen übergehen, dann kann und wird dies wahrscheinlich den Tod unseres Volkstums zur Folge haben. Denn deutsches Volkstum wird nach Ausmerzung der Intelligenzschicht von Slawentum aufgesogen werden.

Man muß immer wieder darauf hinweisen, daß diese Entwicklung so vor sich gehen kann. Es besteht kein Zweifel, daß von einem Ende des Krieges keine Rede sein kann, bevor sich die drei großen Mächte nicht einig geworden sind.

Frage: Will der Russe diese Einigung?
Er besitzt zur Zeit eine gewaltige Landmacht gegenüber den Alliierten. Dazu unser gesamtes erbeutetes Material. Diese können ihm nur ihre Luftmacht als Instrument entgegensetzen.

Wichtig ist zu wissen: wie stark die Kräfte sind, die an der sogenannten Demarkationslinie aufgezogen sind.
Allen Leuten, die fragen, was weiter wird, kann man nur sagen: abwarten! Aber das eine ist sicher: es geht in den Abgrund, wenn die Engländer und Amerikaner sich weiter so verhalten wie bisher.

Generaloberst Jodl macht nochmals darauf aufmerksam, daß dennoch unser Verhalten, korrekt bleiben muß, daß keine Aufzeichnungen gemacht werden dürfen, die nicht eingesehen werden können.

Wir müssen wissen, wie Alliierte in Zukunft handeln. Durch Offiziere muß Beeinflussung der Truppe erfolgen. Allgemeine Auffassung ist weiterzugeben, evtl. durch Flüsterpropaganda.

Die übelste Entwicklung wäre innere Zersetzung.
Die jüngeren Offiziere und auch Truppe zeigen Tendenz nach Osten, und zwar anfangs aus 2 Gründen:
1. Wir wollen sofort an der richtigen Stelle sein, da Russe doch siegen wird;
2. Wir leben auf russischer Seite besser (Anklammerung an ein Phantom).

Zur Zeit beruht Einstellung pro Rußland nur auf geschickter russischer und ungeschickter alliierter Propaganda.

Wir müssen den Soldaten immer wieder sagen: Ihr seid, als der Krieg aus war, Hals über Kopf hinter die englischen und amerikanischen Linien zurückgekehrt. Jetzt wollt ihr nach dem Osten. Man muß diesen Leuten immer wieder sagen: Seid vorsichtig! Wenn wir uns dem Russen freiwillig in die Arme werfen, dann braucht er später auch keinen Preis dafür zu bezahlen. Wenn wir ihm aber etwas dafür bieten können, gut --, ich kann euch noch diese oder jene Freiheit geben.

Nochmals Parole: Abwarten und ansehen, wie die Dinge sich entwickeln.

* Eclipse (siehe auch 13. Mai 1945) - Die Operation wurde in drei Phasen aufgeteilt:
  • Sicherung von strategisch wichtigen Punkten, Besetzung der brit. Zone, Befreiung der alliierten Kriegsgefangenen, Verhaftung von Kriegsverbrechern, Errichtung der Militärregierung, Übernahme der zivilen Kontrolle.

    Desweiteren waren Luftlandeoperationen für Berlin und Kiel geplant und ein Korpsdistrikt in zwei Abschnitten in Schleswig-Holstein. Später sollte auch der nördliche Landesteil bis zur deutsch-dänischen Grenze besetzt werden.


  • Entwaffnung und Internierung der Wehrmacht unter Indienstnahme der deutschen Befehlsstrukturen.

  • Auflösung der Wehrmacht, Zerstörung des deutschen Kriegspotentials, Umorganisierung und Reduzierung der 21. Heeresgruppe für die Aufgaben der langfristigen Besetzung.
Quelle: Kiel, Mai 1945 Britische Truppen besetzen die Kriegsmarinestadt - Renate Dopheide, Jürgen Jensen

1947:
Die Verfassung des Landes Rheinland-Pfalz wird per Volksabstimmung angenommen.

1953:
Das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. am Deutschen Eck in Koblenz, wird 1945 von einer amerik. Artilleriegranate schwer beschädigt. Den verbliebenen Denkmalsockel stellt Bundespräsident Theodor Heuss der Bevölkerung als künftiges Mahnmal der deutschen Einheit zur Verfügung.

1990:
In Bonn wird der Vertrag zur Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion durch die Finanzminister Theo Waigel (BRD) und Walter Romberg (DDR) unterzeichnet.


Erstellt Montag, 12. Mai 2008, 17:30 Uhr


"Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheit ihres Geistes und ihrer Sprache raubt."
- J. G. Herder -

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Montag, 18. Mai 2009, 12:21

Auszug Hans-Ulrich Rudel - Aus Krieg und Frieden, Tagebuchblätter 1945 und 1952

18. Mai 1945

Die Vernehmung drehte sich heute hauptsächlich um die Taktik und Technik des Panzerabschießens. Wir hatten uns aber vorher darüber geeinigt, keine Angaben zu machen und uns darauf zu beschränken, die Vernehmenden aufzufordern, es selber mal zu versuchen. "Wenn Sie mal eine Panzer abgeschossen haben und leben noch, so können Sie selber Erfahrungswerte sammeln, denn die empirische Methode empfiehlt sich besonders in diesen Angelegenheiten!" Da es auf diese Art nicht geht, versucht man jetzt uns mit dem Thema: Kanonen gegen Panzer oder Rakete gegen Panzer auf Touren zu bringen. Die alliierten Offiziere erklären, es erschiene ihnen unwahrscheinlich und ein unrentabler Selbstmordversuch, mit so langsamen Flugzeugen wie den Stukas auf Panzer zu schießen; Raketen aus schnelleren Jagdflugzeugen abgeschossen wären weitaus besser. Das wir bei jeder Gruppe eine Raketenstaffel hatten, kannten wir die Raketen und wußten um deren geringe Treffsicherheit. Wir fanden aber gar keine Veranlassung mehr, auf das Thema einzugehen, und grinsten uns möglichst freundlich überlegen zu. Das war einem Vernehmer doch zu viel und er sagte, wir würden in Zukunft nur noch einzeln verhört werden.

Wir befinden uns jetzt in richtiggehenden Zellen, mit je zwei Betten. Wenn wir mal müssen, klingeln wir. Das soll wahrscheinlich eine der Maßnahmen sein, um unseren Stolz zu brechen. Nach mehr oder weniger heftigen Klingeln schaut einer durchs Guckloch und begleitet uns wachsam.

Hans-Ulrich Rudel: "Verloren ist nur, wer sich selbst aufgibt!"


"Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheit ihres Geistes und ihrer Sprache raubt."
- J. G. Herder -

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