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Njörd

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441

Freitag, 2. Januar 2009, 07:10

Als Hakon das Dorf erreichte, begab er sich zu Wolfram den Plattenschmied, um zu sehen, ob sein Auftrag fertiggestellt ward. Wolfram hatte meisterliche Arbeit geleistet. Hakon war in der Lage mit seiner rechten Hand jeden einzelnen Finger der Eisenhand zu bewegen und somit Gegenstände des alltäglichen Lebens aber auch den Riemen eines Schildes sicher zu halten. Gern entlohnte er den Schmied für seine Arbeit. Zufrieden ging er die Dorfstraße hinunter als er auf Wittiches traf: " Hakon, wie gut Dich zu seheh, allerdings hat sich ein Vorfall ereignet, den ich dir nicht vorenthalten kann........" Hakons Miene wurde ernst: "Was ist denn geschehen Wittiches, daß Du so finster dreinschaust ?" Dieser bedeutete ihm zu folgen. Die beiden Männer gelangten auf den großen Platz vor der Waffenkammer. Hakon wurde zweier aufgebahrter Körper gewahr, als er näher trat erkannte er ein kleines Mädchen und eine ältere Frau, Frieda und ihre Mutter Hilda, beide waren ihm wohlbekannt. Die leblosen, blassen Körper wiesen Verletzungen von einem halben Dutzend Pfeilen auf. Hakon zog einen von ihnen aus der Wunde des Mädchens und betrachtete ihn aufmerksam, dann stieg Zornesröte in sein Gesicht. Wutentbrannt drehte er sich zu Wittiches: "Was ist vorgefallen ?" "Wir haben die Beiden auf der Wiese vor der südlichen Stadtmauer, nahe des heiligen Hains gefunden. Sie wollten die ersten Blumen für das bevorstehende Fest der Ostara sammeln. Mehr konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen." entgegnete Wittiches. Hakon überlegte kurz, dann gab er Befehl Späher auszusenden, um die Wälder nach feindlichen Kriegern absuchen zu lassen. Wittiches sah Hakon überrascht in die Augen: "Mir scheint die Pfeile sagen Dir mehr als mir !" Hakon nickte nachdenklich: "So ist es mein Freund, vor vielen Jahren traf mich ein solcher Pfeil in die rechte Schulter, niemals werde ich diese Schlacht vergessen." Wittiches hob seine Augenbrauen: "Wohlan, so spann mich nicht länger auf die Folter der Unwissenheit." Hakons Gesichtszüge versteinerten sich: " Die Slaven nennen sie Rus - schwedische Wikinger................."

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Tarja

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442

Sonntag, 4. Januar 2009, 11:16

Einen Tag und eine Nacht sind vergangen, als Shari die Schmiede verlassen hatte. Sie war die letzte Raststelle für sie und Turkam gewesen. Sie haben schon längst die Grenzen des Traumlandes überschritten. Und doch fühlte Shari sich beobachtet. Auch Turkam schien die Gefahr zu spüren, denn er bewegte sich mit leisen Flügelschlag knapp über dem Boden, immer Bedacht im Schatten der alten Bäume zu bleiben. Obwohl sie Lynaghs Umhang des Lebens trug, spürte sie, daß etwas hindurch schwebt. Ein unangenehmes Gefühl, was ihr langsam aber unheimlich die Nackenhaare sträuben lies. Eine dunkle Kraft, die sie bisher nie so nah an sich spürte muß entweder erstarkt sein, oder sie muß ihr Geheimnis gelüftet haben, ihr Schutzschild zu durchdringen. Eine Macht, die versucht ihre Gedanken zu lesen? So sehr sie sich auch anstrengte die Mauer in ihrem Geist aufrecht zu erhalten, irgend etwas zerrte daran. Niemals durften die Mächte der Finsternis erfahren wohin sie reiste. Denn dann wären ihr Auftrag, den Schutz der Welt vor der dunklen Macht des Vergessens, wie auch ihre geheimen Reisewege auf der unsichtbaren Dimensionen in Gefahr. Bisher sind nur wenige Dämonenwesen durch Zufall in diese Dimensionen geraten. Oder war es etwa gar kein Zufall, dass sie schon mit einigen von ihnen zusammen traf, und jene sie schwer verwunden konnten?

Plötzlich erfasste Shari ein entsetzlicher Gedanke. War es dem Fürst der Finsternis vielleicht auch möglich, die Macht über den gelben Stein erlangt zu haben? Das einzige Stück Verbindung, welche sie zu Lynagh hatte, um sie von ihrer Reise und ihren neuesten Nachrichten informieren zu können? Wenn ja, würde sie auch Lynagh und all ihre Helfer in Gefahr bringen. Was sollte sie nur machen?

Shari´s Gedanken wurden immer schwerer, sie merkte wie ihr die Angst empor kroch, ihr Kopf schmerzte. Etwas zerrte immer mehr an ihr. Ich muß schlafen, ich sehr schnell einschalfen, sonst reißt die Mauer in meinem Geist ein. Ich muß meine Gedanken schützen. Und damit versetzte sich Shari in einen tiefen Schlaf.

Turkam, der spürte, wie schwer die Gedanken seiner Herrin wohl sein müssen, beschloß eine geeignete Höhle zu suchen, damit sie sich ausruhen konnte. Er liebte seine Herrin, denn sie war seine Retterin und Mutter zugleich. Er würde alles tun, um sie zu schützen. Sie die Mutter der letzten vier Nebeltiger, die noch auf der Welt überlebt haben, nachdem der Herr der Finsternis sie alle versucht hat zu vernichten. Sie die Hüterin des geheimen Lebens der Nebeltiger, die einzigen wehrhaften Begleiter der Nebelelfen, die tierischen Begleiter, die die Gabe hatten, sich im Elfenreich gedanklich mit ihren Herren auszutauschen, die selbständig denken konnten. Sie die einstmals von der uralten Feengöttin "Mora" geschaffen wurden, um den Elfen beizustehen. In einer Zeit, als Elfen und Menschen noch Achtung voreinander hatten und in einer festen Gemeinschaft lebten, bevor sie von den Menschen verraten wurden. Ob der Dämon der Finsternis weiß, dass er und seine Geschwister seinen Vernichtungsfeldzug überlebt haben? Mit diesen Gedanken lies sich Turkam langsam auf der Erde nieder. Schon längst war Shari auf seinem Rücken eingeschlafen. Turkam kroch vorsichtig in die Höhle und neigte seinen Körper leicht zu Seite, dass seine Herrin langsam ohne aus ihrem Schlaf zu erwachen auf den Boden gleitete. Danach rollte sich das große Tier um Shari zusammen damit sie es warm hatte. Und so gönnten sich beide im Schutz der Höhle noch ein paar Stunden Schlaf.
„Die Wahrheit bedarf nicht viele Worte, die Lüge kann nie genug haben.“

Nietzsche

Lynagh

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Sonntag, 4. Januar 2009, 13:34

Lynagh öffnete ihren Beutel und zog schnell ein der Gewänder der Panzerhaut an. Sie hüllte sich darin, denn es war groß und schütze sie von dem Staubsturm wie ein Zelt aus Eisen. Draußen war es ganz dunkel als die Staubböen alles durchdrangen. Lynagh kauerte in ihrem Gewand und saß dort wie in einem Zelt, zauberte sich durch den Amulett eine Tasse Den Kafe und da es nichts anderes gab was sie auch tun konnte dachte sie über die Ereignisse der letzten Tage nach.

Die Dämonenwelten hatten durch die Spalte jetzt einen Zugang zu der Menschenwelt jedoch es musste noch eine oder mehrere Verbindungen geben denn es war merkwürdig wie alle Schwierigkeiten in der letzten Zeit zugleich entstanden. Ein Gedanke schlug wie eine Peitsche in ihrem Gehirn. Wäre es möglich, daß viele der Könige und Reichen und Mächtigen dieser Welt vielleicht sogar Dämonen in Menschengestallt waren? Die Dämonen kannten die Kunst der Verwandlung, es war eine Eigenschaft die ihnen eigen war und wenn die Magierin diesem Gedankengang jetzt nachging, war es als ob viele Stücke einer Puzzle viele Fragen beantworteten. Gudagastiz und vielleicht auch die Hexe Bryna haben es einer Rasse des Bösen ermöglicht die Macht an vielen Orten der Menschenwelt an sich zu reißen und das war beängstigend. Es gab auch einige Völker auf der Welt die dem Bösen sicher nicht abgeneigt waren. Sie dachte auch darüber was sie über die Fremden in Teutonia gehört hatte, merkwürdige fremde Völker die grausam waren und das Land aussäugten, die Teutonier liebend gerne töteten und sie auch versklaven wollten und die auch ganz anders dachten und aussahen als die Völker der zivilisierten Welt.. Die Magierin verbarg diesen Gedanken in ihrem Gedächtnis, denn jetzt konnte sie gar nichts tun. Hier im Land der Bösen Erinnerungen war ein Kontakt zur übrigen Welt unmöglich. Sie dachte an Gunlödd und hoffte sie kam gut an und zurecht im Traumland der Rhiannon.

Der Sturm wehte vorbei und wenn Lynagh wieder aufstand, blickte sie auf eine Ebene unter sich im Süden die aus lauter eisernen Vierecken bestand. Über ihr ragte der Felsenzahn und hinter ihr in der Ferne einige Kliffen voll mit Grotten wie ein alter Käse. Im Westen loderten Feuern und wenn sie Richtung Osten schaute streckte sich dort ein Sumpf voll mit graubraunen Algen. Es wehte eine leichte Brise die aus dem Sumpfgebiet den Gestank von verwesenen Fleisch und Reptilen brachte. Lynagh fürchtete sich vor Schlangen und darum beschloss sie Richtung Norden zu gehen, dort wo die zerklüfteten Kliffen in einer großen Entfernung ragten. Sicher wenn sie noch einen Blick auf die südliche Ebene warf, wo die eisernen Vierecken langsam erglühten wie eine riesige Grillplatte, wurde ihr klar, daß ihr nichts anderes offen stand als der lange Weg zu den zerklüfteten Kliffen. Sie befestigte ihren Beutel auf den Gürtel unter dem Gewand der Panzerhaut und machte sich auf den Weg, durch eine wüste Gegend voll Steine und Felsenbrocken. Sie lief ununterbrochen und ohne Pause. Sie dachte an nichts, machte ihren Kopf ganz leer denn das Land der Bösen Erinnerungen gestaltete sich nach der Furcht und Ängsten die in einem lebten. Als sie sich der Kliffen näherte ging sie nur langsam voran, denn sie schlüpfte von einem Stein zum anderen und nützte ihren Schutz. Die Kliffen sahen schon aus der Ferne irgendwie familiär aus und wenn sie sich ihnen näherte, erkannte sie diesen Felsenrücken. Es war die Grenze zu der Großen Steppe der menschenfressenden Vögel, zu der Steppe der Furcht, aber die einzige Möglichkeit das Land der Bösen Erinnerungen zu verlassen. Über das Land der Bösen Erinnerungen war nichts bekannt, von der Steppe der Furcht wußte sie, daß diese im Norden das Gebiet der Rhiannon berührte; dort wo der Tal des Wilden Flusses war der durch den Alten Wald strömte. Das waren wenigstens Gebiete die Lynagh kannte und obwohl die Menschenjäger der Steppe eine große Gefahr darstellten, war es immerhin besser den bekannten als den unbekannten Gefahren zu begegnen. Nur die Zeit lief davon und diese war kostbar. Der Stein der Nordlandherrin blieb in der Taverne auf dem Tisch. Sie hatte zwar ihren Zauberstab bei sich jedoch sie wusste auch, daß in den Gebieten der Halbdimensionen jede Anwendung der großen Magie riskant war denn es galten andere Gesetze als der Aktion und Reaktion und andere magischen Gegenstände die hier wirken würden wie das Netz und das Amulett hatte sie nicht bei sich.. Die Magierin schlich im Schutz der Steine zu den Kliffen.

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444

Donnerstag, 5. Februar 2009, 22:12

Hexe Bryna war sehr zufrieden nachdem sie Wolfram und Blavör weggeschleudert hatte. Auch ihre Dienerinnen, die Trollfrauen Eistla und Gelivör, schmunzelten als sie daran dachten wie die zwei durch die Luft flogen. Bryna aber fand keine Ruhe.

Sie nahm wieder die Kristalsphere, die sie erst an die Wand geschmissen hatte, in die Hand und beobachtete darin was alles in der Welt so vor sich ging. Sie konnte Teutonia sehen. Die Teutonen beschäftigt mit dem Großen Krieg. Sie sah die Wirtin des Gasthauses Zur Ältesten Linde die durch den Alptraum geplagt wurde den sie ihr gesendet hatte. Da lächelte Bryna, denn wenigstens etwas ging nach ihrem Sinne. Sie sah die Burg der Rhiannon, aber dichte Nebel umgaben die Traumlandschaft und verwehrten jede Sicht. Nun Rhiannon beschützte immer gut ihr Reich der Träume, dachte Bryna und zuckte ärgerlich mit den Schultern. Sie schaute sich die Umgebung der Taverne Zum Großen Rand. Ja, Blavör und ihr Wolfram haben sich bis darin geschleppt... Lächeln umspielte ihre Lippen. Schade nur, daß die Taverne durch den Kreis geschützt war. Bryna hätte mal gerne gesehen und gehört, was dort drinnen so vor sich ging. Sie spürte, daß die Aura der Magierin der Storegga abwesend war. Sie schaute angestrengt in die Krystalsphere, aber sie konnte sie nirgendwo entdecken. Auch die kleine Nebelelfe verschwand ohne jegliche Spur nachdem sie zuletzt die Schmiede in Grimsby besuchte. Bryna nahm ein dickes schwarzes Foliant das in Menschenhaut gebunden war und blätterte darin.

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445

Mittwoch, 18. März 2009, 09:20

Wolfram saß mit Blavör im Arm auf den Klippen und blickte über das graue wogende Meer. Wotan, sein Wolf ,lag zu ihren Füßen den Kopf auf Blavörs Schoß liegend. Ein eiskalter Wind pfiff über die Klippen und ließ Blavör frösteln. Wolfram zog sie ein wenig fester an sich, Blavör sah ihm in die Augen und sagte: "Was ist es, dass Euch an eine alte Frau wie mich bindet? Ist es die gemeinsame Liebe zu den Wölfen, oder was ist es sonst?" Wolfram schwieg eine ganze Zeit, ehe er antwortete. "Zunächst einmal halte ich Euch für keine alte Frau, auch wenn Euer Äußeres den Anschein erwecken mag, das habt Ihr sicher mit irgendeinem Zauber bewerkstelligt, aber Eure Augen sind es, die Euch verraten, die sind nämlich nicht von dem Zauber betroffen - meine Schwester sagte einst, Augen sind der Spiegel der Seele. Außerdem", und ein verschmitztes Lächeln stahl sich auf Wolframs Gesicht, "wird eine Frau nicht älter sondern nur schöner." - "Alter Schmeichler", sagte Blavör, "aber Ihr seid ein guter Beobachter, das muss ich schon sagen." Mit einem Ruck richtete Blavör sich auf und zeigte auf das offene Meer. "Da, Wolfram, seht, nun seht doch! Segel, da sind Segel am Horizont." - "Ihr habt die Augen eines Falken, meine Liebe, aber ja es stimmt." - "Es sind blaue Segel mit einer goldenen Sonne in der Mitte, kennst du diese?" fragte Blavör. Wolfram schwieg wieder eine Weile, ehe er antwortete "Blau und Gold, das sind die alten atlantischen Farben, meine Liebe. Die Farben, die unsere Altvorderen schon trugen, als sie in alle Winkel und Länder auszogen, um den übrigen Menschen Wissen und Wohlstand zu bringen, sie zogen aus vom fernen Berg Meru, dem Mitternachtsberg, über dem als senkrechte Achse der Polarstern steht. Ich sehe viele Fragen in deinen Augen, mein gutes Mädel, dazu aber später mehr. Lasst uns in die Taverne zurückkehren und den anderen von Hagens Kommen berichten, es würde mich auch nicht wundern, wenn Lynagh und noch so der ein oder andere verschollene auftauchen würde, irgendwie riecht es nach Ärger oder noch Schlimmerem", sagte Wolfram. "Dann lasst uns gehen", sagte Blavör. "So soll es sein, gehen wir, mein junges Mädel", sagte Wolfram, und grinste frech über das ganze Gesicht. "Das kriegst du wieder", antwortete Blavör und gemeinsam eilten sie auf die Taverne zu.
Was stört es eine alte Eiche - wenn sich eine wilde Sau dran scheuert

446

Dienstag, 31. März 2009, 09:48

Die Tür flog auf, ein junger Knabe kam herein, mit zerfetzter Kleidung und kaputten Schuhen. Nach Luft ringend rief er in die Taverne hinein: "Ich konnte fliehen, ich konnte fliehen! Vor der bösen alten Hexe!
Aber sie hat mir meinen Kayoga-Stein genommen!" Da wurde ihm plötzlich schwindlig und er fiel auf den Boden.
Als er wieder zu sich gekommen war bemerkte er, daß er in einem weichem Bett lag. Über ihn beugte sich ein Mensch, soweit er das erkennen konnte...

:%%:

"Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird,
aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen."
:dr:
Albert Einstein

70% Der Bevölkerung spielen gewaltätige Spiele.
100% Essen Brot.
:hoch: Brot sollte verboten werden!:hoch:



Lynagh

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Dienstag, 31. März 2009, 10:34

Die Ebene der Bösen Erinnerungen hatte schon ihre Besonderheiten, dachte Lynagh als sie zu den Kliffen schlich, wo auch die Nistplätze der ekelhaften menschenfressenden Vögel waren. Diese Vögel waren so diebisch wie die Elstern der Menschenwelt und hatten sicher einen besonderen Riecher und Hang für magische Gegenstände, die sie besonders liebten und sammelten. Thaumaturgische und magische Gegenstände waren selten zu finden. Jedoch waren die Grotten der UrAh, der menschenfressenden Vögel, voller Schätze wo sich auch einige Seltenheiten befanden. Das wußte auch jeder, denn diese Vögel sammelten immer alles Seltene und vergeudeten nichts. Magisches Spielzeug und thaumaturgische Gegenstände der vergangenen glorreichen Äonen, das Eigentum der Aufgefressenen und die Beute der UrAh selbst. Die Vögel trieben auch einen Tauschhandel mit den Basilisken aus dem Dharad-Tal. Die UrAh waren nicht die einzigen Bewohner der Steppe der Furcht. Es gab mehrere gefährliche Kreaturen, die sich sogar in die angrenzenden Gebiete wagten, um dort zu jagen. Die Steine waren eigentlich Ruinen längst vergangener Städte, Burgen und Dörfer, die einmal in diesem Land existierten, bevor es zu der Ebene der Bösen Erinnerungen wurde. Vor einer langen Zeit, als ein schwarzer Mond aus dem Himmel in diese Steppe fiel und ein großes Gebiet ringsum vernichtete, erschienen auch diese Vögel, welche von dem schwarzen Mond abstammten.

Lynagh überlegte ob sie es wagten dürfte, wenigstens in einem solchen Nest nachzuschauen. Auf den ersten Blick schien es als ob die Nistplätze verlassen waren, denn die Vögel waren konstant auf der Suche nach Fressen und Schätzen. Aber die Ruhe könnte auch trügerisch sein, denn die Vögel waren intelligent.

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Mittwoch, 29. April 2009, 15:41

Die Sonne stand bereits tief am Himmel als die Magierin bei einer der uralten Ruinen halt machte. Das Gebäude hatte den Grundriß einer Villa und ein Garten umgab sie vor vielen Jahrhunderten. Nun von dem Garten blieb nur eine Wildernis übrig die aber einen ausgezeichneten Schutz bot für die müden Knochen der Magierin. Sie setzte sich im Schatten eines Baumes mit dickem Stamm und sah sich um. Vorsicht war geboten, denn die Gegend war gefährlich. Nicht nur die UrAh bewohnten dieses Land, es gab viele Monster die es als ihre Heimat betrachteten. Lynaghs Blick fiel auf ein Beet voll wunderschönen Rosen... ihr Rot war deshalb so strahlend, weil in ihren Blütenblättern warmes Blut floß. Moosüberwucherte knorrige Stämme stützten das dichte Laubwerk der schweren Kronen und hohen Gipfel die für die Magierin einen willkommenen schützenden Dach bildeten. Hie und da glückte es vereinzelten Sonnenstrahlen rote Tupfen auf Moos und Gras zu zaubern. Im Schatten drängten sich langstielige Blumen deren Blüten wie durchsichtige Seifenblasen in der Luft schwebten und zerbrechliche Pilze duckten sich unter den wilden Sträuchern. In dieser späten Stunde schien die Natur in dem ehemaligen Garten mild und entspannt. Jedoch nichts ist wie es scheint, das wußte die Magierin nur all zu gut. Sie schloß die Augen und registrierte wieviele Zaubersprüche in ihrem Gedächtnis waren. Vier starke und sechs mäßige Zaubersprüche war das Maximum was sie behalten konnte. Die vier starken: Hypnotischer Bann, Kreise des Wahnsinns, Unversiegliche Stärkung und die Schutzsphere waren eine schwere Belastung, denn ihre zungenverrenkenden Silben waren nicht einfach. Vampirgras wucherte an den Randen des alten Gartens wo früher eine Mauer ihn umgab. Die Magierin schauderte als sie daran dachte was dieses Gras vermochte.


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Donnerstag, 30. April 2009, 00:07

Die Magierin stand auf und mit langsamen Schritten bog um eine dicke Eiche. Eine lange Schneise öffnete sich ihrem Blick die sanft zum einen Fluss abfiel der verborgen zwischen all dem Grün das an den Ufern wucherte dahin strömte. Hohe Bäume standen an beiden Seiten Spalier, die linken von der untergehenden Sonne wie im Blut getaucht, die rechten von schwarzen Schatten verhüllt. So dunkel waren diese Schatten, daß man die Kreatur auf einem gefällten Baumstamm kaum bemerkte. Ihre Sinne spürten sie erst, als sie sich daran machte sie von hinten anzuspringen. Die Magierin wirbelte herum zu dem Wesen, das sich zurück auf den Baumstamm fallen ließ. Es war ein Menschenfresser der übler Sorte die nicht nur in dieser Gegend lebten sondern sich auch regelmäßig in den Alten Wald des Nordens wagten. Es war ein Predator mit der Gestalt und feingeschnittenen Zügen eines gutaussehenden Mannes das nur die beiden zwischen den Lippen herausragenden Reißzähne entstellten. Es trug einen schwarzen Lederharnisch und die kalten gelben Schlitzaugen waren gierig auf die Magierin gerichtet.

„Ah, Magierin, Ihr treibt Euch aber weit von zuhause herum“, klang die weiche Stimme der finsterer Kreatur durch die Schneise.

Die Magierin wußte, daß der Menschenfresser in ihr nur saftiges Fleisch sah, nach dem er gierte. Die Magierin duckte sich und formte die Silben des Spruchs der Säureberieselung. In dem Moment als der Menschenfresser sein Zähne höhnisch fletschte senkte sich auf ihn eine Wolke herab und umgab ihn wie eine Glocke aus der nur ein lautes Zischen zu hören war. Als sich diese Wolke wieder auflöste war von dem Menschenfresser kein Spur zu finden. Die Magierin drehte sich um und betrat die Ruinen der uralten Villa. Die Sonne war am Himmel verschwunden und der Garten lag in Düsternis. Weiße Nachtblumen öffneten sich und graue Falter flatterten von Blume zur Blume. Die Magierin durchsuchte die Reste des Gebäudes indem sie ihren Stab leicht glühen ließ. In einer Ecke fand sie eine Falltür und als sie diese hob, zeigte sich eine Treppe darunter die hinab in die Tiefe führte. Die Magierin trat ein und stieg die Treppe hinab. Sie hatte wenig Angst denn draußen in der Ebene war es viel gefährlicher als in einem Gewölbe daß vielleicht verlassen war und das möglicherweise irgendwelche alten Geheime in sich barg. Die Treppe schien endlos. Erst nach unzähligen Stufen zweigte sich ein Gang nach rechts ab. Der schwache Schein des Stabs erhellte eine mit Eisen beschlagene Tür die mit drei Schlössern gesichert war. Die Treppe verlief weiter und verlor sich in tiefschwarzer Dunkelheit. Die Magierin öffnete mit dem kleinen Zauber des Materieschwunds die Tür. Der Raum dahinter war von einem Steinpodest auf dem eine kleine hölzerne Truhe stand, leer. Lynagh schob die Innenriegel an der Tür zu und setzte sich auf den Podest. Hier konnte sie ihre Nacht in Sicherheit durchbringen jedoch erst sollte sie die Truhe untersuchen. Der Deckel saß los, die eisernen Schlösser verrostet. Die Truhe war nicht groß, und als sie vorsichtig den Deckel hob war sie von innen mit rotem Samt bekleidet und darin gebetet drei schwarzsilberne kleine Döschen, ähnlich den kunstvollen Döschen in welche Goldschmiede immer ihre Juwelen anboten. Vorsichtig berührte sie diese kleinen Behälter mit ihrem Stab. Sie spürte kein Schutzzauber und auch die Rune, die sie an ihrer Hand trug und die sie vor Gegenzauber schützte strahlte nicht. Die Magierin stieß ein erleichtertes Seufzen aus und öffnete die Behälter. Eingebetet im Samt lagen dort drei funkelnde Steine. Die Magierin wußte was es war. Drei thaumaturgische Gegenstände der höchsten Klasse die jeder Magier aus den alten Büchern und Folianten kannte wo sie oft beschrieben wurden und die eher als schon lange verloren galten. Sie waren das Eigentum des mächtigen Magiers Thial der Früheren Aeonen und niemand wußte mehr, wo er je lebte und wirkte. Anscheinend war dieses Haus eine seiner Sommervillen. Der Ring mit dem Rubin des Verschlingenden Feuers, der Amulett mit dem strahlenden blauen Saphir des Zaubers der Kurzen Stunde und der Armband mit dem Opal der Verzehrenden Qualen. Diese drei thaumaturgischen Gegenstände gehörten zu den stärksten magischen Instrumenten und hatten ihren ehrvollen Platz zwischen all den mächtigen Zaubersprüchen, Formeln, Beschwörungen, Runen und Symbolen welche je den Raum krümmten und formten. Die Magierin versank in tiefsinniger Betrachtung dieser Juwelen. Zwei kleine Zaubersprüche hat sie schon benutzt es blieben ihr nun die vier starken Zaubersprüche des Hypnotischen Bann, der Kreisen des Wahnsinns, der Unversieglichen Stärkung und die Schutzsphere und die vier einfachen Beschwörungen. Ausserdem hatte sie noch immer ihr Lebens-Dolch und die Armbandrune die sie vor feindlichen Zaubersprüchen schützte.

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Montag, 25. Mai 2009, 21:52

Lynagh verriegelte die Tür und benutzte den Spruch der Kreisen des Wahnsinns als Schutz. In einer Ecke fand sie einige alten Gobeline die sie als Bett und Decke benutzte. Es war ganz komfortabel wenn sie nicht daran dachte, daß sie in einer unterirdischen Kammer lag, in einer Ruine auf der Eben der Bösen Erinnerungen. Sie war müde und fiel bald in den Schlaf.

Als die Magierin wach wurde, wußte sie erst nicht so gut wo sie war. Ihr Stab leuchtete in einem gedämpften Licht und beschien die unterirdische Kammer. Lynagh stand auf, packte die drei thaumaturgischen Gegenstände in ihren Beutel, entriegelte die Tür und machte sie daran die lange Spirale der Treppe heraufzusteigen. Es war noch früh am Morgen, die Sonne war noch nicht auf, nur einige Finger der Sonnenstrahlen befühlten vorsichtig den Horizont. Lynagh schlich vorsichtig durch den alten Garten wo irgendwo vielleicht noch mehr Menschenfresser zu finden waren und vielleicht auch einige andere ekelhafte Wesen. Jedoch alles schien ruhig und als sie durch die hintere Gartenpforte schlüpfte, sah sie daß sie am Ufer eines breiten Flußes stand. Ein alter Weg der mal in einem vergangenen Aeon prunkvoll war, aber jetzt nur aus löchrigen halb vergangenen Fließen bestand säumte den Flußufer. Im Osten erhoben sich die Kliffen der Vögel des Schwarzen Mondes, im Westen sah sie in der Ferne eine Grüne Fläche. Sie entschied sich Richtung Süden zu gehen. Sie trank einen Schluck Wasser aus ihrem Wasserschlauch und machte sich auf den Weg. Die Sonne kam auf und wurde unangenehm warm. Die grüne Fläche die sie schließlich am späten Nachmittag erreichte war ein Moor von unzähligen Hügeln, überall wuchs langes Gras und darin verbargen sich stinkende sümpfige Tümpel voll stechender Mücken. Die Magierin blieb auf dem alten Weg und war den schon lang gestorbenen Menschen dankbar, die ihn gebaut hatten. Nach einigen Stunden erreichte sie ein Weiler. Es standen ungefähr ein Dutzend Hütten bei dem Weg, alle aus Rietstengeln und getrocknetem Sumpfschleim gebaut. Die Menschen die dieses Dorf bewohnten waren lang und mager, mit langen Beinen und Händen und ihr Haar war in komplizierten Frisuren aufgemacht, voll kleinen Zöpfchen die rot gefärbt waren so das sie wie eine blühende Aster aussahen. Da sie nichts zum Frühstück hatte als ein Schluck Wasser aus dem Schlauch und auch müde Beine bekam, zwang sie sich nicht all das Schmutz zu sehen und den Stank zu riechen und sprach einen Mann an, der auf einer Bank bei der größten Hütte saß und ein merkwürdiges Gegenstand reparierte.

„Guter Mann,“ sagte sie, „ich würde gerne vernehmen ob Ihr mir vielleicht etwas zum Essen und eine Unterkunft verschaffen könntet. Natürlich gegen gepaßte Entgeltung.“ „Es würde mir ein Vorrecht sein,“ sagte der Mann. „Dies ist die größte Hütte im Dorf Ksit und ich bin berühmt für mein Schatz an Anekdoten mit den ich Euch unterhalten kann. Wollen sie vielleicht das Grundstück besichtigen?“, bot er an. „Ich möchte mich vor allem ein wenig in meiner Kammer ausruhen und vielleicht auch, wenn es möglich wäre, ein Bad zu nehmen,“ sagte die Magierin. Der Mann erhob sich, schüttelte den Kopf und führte die Magierin in die Hütte wo er ihr einen Haufen Rietstengel an der Wand zeigte und sagte: „Das ist Euer Bett. Was das Bad angeht, die Tümpel im Sumpf sind voll Parasiten, also ein Bad, das würde ich Euch sicher nicht empfehlen. „Nun in dem Fall,“ antwortete die Magierin, „werde ich sicher kein Bad nehmen. Jedoch, ich habe noch nichts gegessen an diesem Tag und würde gerne früh Abendbrot zu mir nehmen.“ „Meine Ehefrau ist im Sumpf, wo sie Fallen stellt,“ sagte der Mann, „also es ist ein bißchen voreilig von Abendmahlzeit zu sprechen bevor wir wissen was ihre Suche und Jagd uns bescheren wird.“

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Dienstag, 18. August 2009, 13:08

Dorf Ksit war normal gesehen sicher kein angenehmer Ort aber, das beste was sich bot in dieser Landschaft. Die Magierin ging mit leerem Magen ins Bett, denn als die Sumpffrau mit ihrer Beute nach Hause kam, drehte sich der Magierin der Magen um als sie sah, was sie da im Netz hatte. Am nächsten Morgen schmeckte ihr sogar das dünne Brei aus Grassamen gut das ihr als Frühstück vorgesetzt wurde. Sie machte sich schon am frühen Morgen auf den Weg, denn das Dorf Ksit drückte ihr Gemüt. Nichts als nur der Gestank des Sumpfes und die Sorge um die nächste Mahlzeit prägten das Leben an diesem Ort. Sie packte ihren Bündel, nahm Abschied und lief weiter auf dem Pfad durch den Sumpf. Nach einigen Meilen wurde auch dieser Pfad nicht so gut sichtbar und sie mußte auf ihre Schritte aufpassen. Die Tümpel waren nicht nur voll von allen Arten von Parasiten, sie waren auch durch ekelhafte Wesen bewohnt die ewig nach Nahrung suchten. So mühte sie sich den ganzen Tag und am Abend stieg endlich der Boden und sie kam schließlich auf eine grüne Wiese auf der zu ihrer Überraschung viele wilde Pferde grassten. Im Schutz eines niedrigen Gebüsch bemerkte sie eine sitzende Gestalt, nicht mehr als ein Schatten.
„Sei gegrüßt, Hütter der Pferde!“, rief die Magierin.
„Sei gegrüßt, einsamer Wanderer!“, entwiderte die Gestalt.
Der Hütter der Pferde war tatsächlich ein merkwürdiges Wesen. Er schien nicht nur wie ein Schatten, es war wirklich ein Schatten aber es war niemand da der diesen Schatten warf und Unsichtbarkeit warf nie Schatten.
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Sonntag, 31. Januar 2010, 16:01

Das Wesen betrachtete die Magierin und es schien als ob es riechen konnte daß es mit einer Person zu tun hatte der Magie nicht fremd war. Es grinste, krammte in einem Beutel und sagte: " Da, Phiolen des Zorns zu Kauf."
Die Magierin schüttelte den Kopf. "Nein, danke, ich weiß es ist gut gemeint aber wenn Ihr schon ein Geschäft machen wolltet dann wäre mir ein Pferd lieber."
"Und was habt Ihr zu bieten Meisterin?" fragte der Schatten neugierig.
Die Magierin krammte jetzt auch in ihrem Beutel und bot dem Schatten zwei Goldstücke. Das wäre ein sehr guter Preis für einen Pferd, überschwenglich sogar, aber der Schatten betrachtete das Gold überhaupt nicht.
"Gold ist mir zu nichts zu Nütze," sagte es, aber ihr habt ja mehr zu bieten. Die Magierin zog einige für sie nicht wichtige Gegenstände aus ihrem Beutel, aber das Wesen schaute nur mit Verachtung auf alles was sie ihrer Meinung nach vermissen konnte. Der Ring mit dem Rubin des Verschlingenden Feuers aber fesselte seinen Blick. Ein hoher Preis für ein Pferd, aber die Magierin war müde von dem langen Laufen ohne Ende wie es schien und die hochgelegene grüne Moor Hochplatte streckte sich weit und breit bis zum Horizont. Eigentlich wollte sie keinen der drei Steine des alten Magiers Thial der Früheren Aeonen missen, aber wenn sie schon einen weggeben müßte wäre es dieser. Der Amulett mit dem strahlenden blauen Saphir des Zaubers der Kurzen Stunde und der Armband mit dem Opal der Verzehrenden Qualen wären zu gefährlich zu verhandeln und sie wußte nichts von dem Schatten der hier auf der grünen Ebene die Pferde hütete. Vor Feuer konnte sie sich schützen, das war kein Problem.
Der Schatten war zufrieden mit dem Tausch und die Magierin war im Kurzen der Eigentümer einer grauen Stutte und kriegte sogar noch ein Phiole des Zorns als Zugabe. Hm, Phiolen des Zorns, dachte sie, das war etwas beunruhigendes. Sie fragte sich wie der Schatten zu dieser Ware kam. Nun darüber denken war eigentlich überflüssig, sie sollte machen das sie lieber schleunigst weiter kam. Sie stieg auf den Pferd, verabschiedete sich von dem Schatten der nicht unfreundlich tat und als sie über die grüne Hochplatte galoppierte wurde bald die Herde und ihr Hütter kleiner und kleiner je mehr Abstand die Reiterin schaffte.
***NEC ASPERA TERRENT***


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= sich über Nichts zu wundern ist wohl das Einzige, was einen glücklich machen kann und bleiben läßt
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Lynagh

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453

Freitag, 12. Februar 2010, 18:20

Zwei Tage lang ritt die Magierin auf ihrer grauen Stute die ein sanftes Tier war und keine Schwierigkeiten bereitete. Am Abend des zweiten Tag kam sie auf wirkliche Straße in einer kultivierten Landschaft mit gut bewirtschafteten Feldern und die Häuser die hier und da standen waren aus dunklem Holz und Pfleisterwerk in saften Farben gebaut. Es war niemand draussen in dieser Abendstunde, die Fenster waren erleuchtet und manchmal sah sie Menschen am Tisch sitzen wo sie ahrscheinlich das Abendbrot verzerrten. Sie passierte einen Weiler mit einem Brunnen auf dem Dorfplatz, aber da sie keinen Gasthaus weit und breit sah ritt sie weiter. Nach zwei Meilen standen wieder einige Häuser bei der Straße, bald verdichtete sich ihre Anzahl und schließlich ritt sie auf einer Straße die auf beiden Seiten durch eine ununterbrochene Reihe Häuser umsäumt war. Es war still in dem Städtchen, sie sah keine Menschen, nicht mal Hunde bellten so daß überall eine volkommene Ruhe herrschte. Nur die beleuchteten Fenster der Häuser bezeugten, daß es die Bewohner gab. Nachdem sie einen verlassenen Marktplatz durchritt und eine längere Straße dahinten, sah sie an ihrer linken Seite eine offene Pforte zwischen zwei kompliziert bearbeiteten Säulen und dahinten eine mit Fliessen bepflasterte Einfahrt die zu einem Gebäude führte das den Namen Schloß reichlich verdiente. Da es langsam spät wurde und die Magierin sehnte sich nach einem Bad und Gesellschaft, ritt sie durch die Pforte und stieg am Eingang des Schlosses ab. Sie betätigte einen bronzenen Klopfer und bals hörte sie Schritte. In der riesigen Eingangstür aus einer unbekannten Holzart öffnete sich eine kleinere Tür und ein Diener in dunkelgrünen Livrei ließ sie herein. Er war groß, mager mit einem langen bleichen Gesicht und seine Augen waren geblich. Da er eine Kopfbeduckung aus Samt trug, die sich wie ein Ballon bäuschte und sein Gesicht umrahmte, konnte sie nicht die Farbe seiner Haare sehen, wenn er überhaupt welche hatte. Der Diener verbeugte sich und schwieg.
„Ich bin Lynagh, die Herrin von Storegga aus dem Northland und würde gerne mit deiner Herrschaft sprechen,“ sagte die Magierin und der Diener der erst unschlüssig war wie er reagieren sollte bat sie zu warten. Er verschwand durch eine Tür und die Magierin setzte sich auf einen der Sesseln die im Vestibul überall standen und betrachtete die Umgebung. Die Eingangshalle zeigte eine Eleganze ohne daß sie übertrieben wirkte, obwohl alles was dort stand in komplizierten Mustern ausgeführt wurde. Von irgendwo aus dem Inneren hörte sie eine sanfte Musik und Stimmen.
Eine Tür hinter ihr öffnete sich, die Musik und Stimmen wurden lauter und ein Herr und eine Dame betraten die Halle.
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Dienstag, 2. März 2010, 15:34

„Seid willkommen im Land der Sieben Felsenbergen,“ sagte der Herr.
Die Magierin bedankte und da eine kurze Stille entstand fragte sie dann kühn: „Wo bin ich denn eigentlich? Ich reiste wahrscheinlich durch Zeit und Raum und eine solche Reise mag schon sehr verwirrend zu sein.“
„Wir sind das Volk der Siluren,“ antwortete der Lord der nicht überrascht schien als die Magierin erwähnte, daß sie durch Zeit und Raum reiste, „und unser Gebiet liegt im Land das Lethowsow genannt ist.“
„Das Land der absoluten Perfektion die man nie fangen kann,“ sagte die Dame. „Aber das ist nicht etwas worüber Ihr euch den Kopf zerbrechen solltet.“
„Im Gegenteil“, abtwortete die Magierin, „gerade das interessiert mich sehr. Ich bin weit gereist und alles was ich nicht kenne ist von großem Wert. Für mich und für die Menschen meiner Zeit.“ – „Eine absolute Perfection ist schon etwas was man nicht normalerweise in einer Menschenwelt begegnet.“
Während dieses einleitenden Gesprächs führte das Paar die Magierin durch eine Tür in ein Salon. Im Kamin brannte ein Feuer bei dem komfortabele Bänke und Sesseln und kleine Tische mit Erfrischungen standen, Karaffen mit Getränken und kleinen appetitlichen Häpchen.
„Ich suche den Schutzzauber für mein Volk“, erzählte die Magierin. „Meine Welt ist bedroht, durch Fremde die nur Zerfall, Tod und Vernichtung bringen. Das Northland ist die letzte reine Bastion unseres Volkes und da das Königreich weiter im Süden schon angefallen ist, kommt die Gefahr näher und näher.“ – „Nicht daß wir nicht kämpfen können“, fügte sie dazu, „aber die Fremden sind in einer Überzahl und ein Instrument einer fremden Macht die niemand richtig kennt oder deuten kann. Einer Macht die sagt daß schlechte und sogar grausame Taten wichtig sind für das größere Wohl von allen. Es wird ein Zauber verbreitet, die „Klage und Buße Konfiguration“, was eigentlich eine Todesspirale ist, es wird überall verbreitet und dann klingen alle reine Lügen in den Ohren der Menschen als absolute Wahrheiten und diejenigen die es noch durchschauen können oder instinktiv fühlen das etwas nicht stimmt, werden umgebracht. Bald gibt es niemand der die Wahn von der Wirklichkeit unterscheidet...“
„Das übersteigt unsere Kenntnis,“ sagte der Lord, „ aber zwei Tage Reise von hier durch die westlichen Wälder ist ein Ort wo Ihr wahrscheinlich findet was Ihr sucht. Karrek Loos y’n Koos, der Graue Felsen im Wald, heißt der Ort. Dort wohnen zwei weise Männer, vielleicht Zauberer, vielleicht auch Wesen die nicht aus dieser Welt sind. Der Meister der ungewissen Vergangenheit und der Meister der ungewissen Zukunft. Der Pfad durch die Wälder scheint einfach, aber er ist es nicht. Fremde Wesen treiben sich dort und Wölfe der Nacht bewachen den Grauen Felsen im Wald. Es sind eigentliche keine Wölfe im wahren Sinne des Wortes, man nennt sie bloß so und da es niemand wagt auf diesem Pfad zu reisen, weiß auch niemand was sie eigentlich sind. Fakt ist, daß niemand je zurückkam der den Grauen Felsen besuchen wollte. Aber genug jetzt, Ihr seid müde also ißt und trinkt und laß uns den Rest des Abends in angenehmer Beschäftigung zu verbringen.“
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