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Lynagh

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Montag, 29. Oktober 2007, 13:21

Die Halskette Brisingamen

Freyr und Freya, die Vanen Kinder von Njörd und Skaldi lebten glücklich in Asgard, wo sie sehr geliebt waren. Er verbrachte die meiste Zeit bei den Leuchtenden Elfen, sie bei den Jünglingen und Mädchen Midgards die zum erstenmal den Kummer und die Freude ihrer ersten Liebe durchmachten.

Freya selbst wusste nur zu gut was dieser Liebeskummer und die Freude mit sich bringt, denn sie war mit Odur verheiratet den sie sehr liebte. Sie wohnten in prächtigen Sälen und Gärten und ihr zuhause hieß Folkzang. Dorthin gingen einige Helden aus Midgard die im Kampf gefallen sind, denn Odin ließ Freya die Wahl aus den Helden die, die Valküren mit sich nach Asgard brachten und sie feierten große Feste im Saal Sessrumnir.


Freya und Odur lebten lang und glücklich in Folkzang und sie hatten zwei Töchter, schön wie die Perlen, die alles liebten was Schönheit ausstrahlte. Aber ein großes Leid kam über Freya, ein Kummer und Betrübnis die desto größer waren, weil es ihre eigene Schuld war und weil sie es nie für möglich gehalten und nie gedacht hatte, dass ihre Liebe der Juwelen ihr Glück mit Odur je verstören könnte.


Eines Tages spazierte Freya durch Midgard und Alfheim wo ihr Bruder Freyr regierte und dabei führte sie der Weg in die Nähe der Grenze zu Svartalheim wo die Schwarzen Zwerge wohnen. Dort setzten Dwalin und seine drei Brüder eine Falle für sie. Sie richteten eine Schmiede am Eingang einer Grotte ein und machten dort die prächtigste und schönste goldene Kette die es je gab und nannten sie Brisingamen, die Brising Halskette. Als sie die Zwerge sah, blieb Freya stehen und der Atem stockte ihr in der Kehle als sie sah, wie wunderschön diese Kette war. Sie blieb stehen und sah zu wie sie an ihr arbeiteten.


„Wollt ihr mir die Kette für sehr viel Silber verkaufen?“ fragte sie. „Ich habe noch nie so eine schöne Kette gesehen und kann nicht weiter leben ohne sie zu besitzen..


„Nein“, antworteten die Zwerge. „Unser Brisingamen ist für all das Silber der Welt nicht zu Kauf.“


„Wollt ihr mir es für Gold verkaufen?“, fragte Freya.


„Nein,“ antworteten die Zwerge, „ auch für all das Gold in der Welt verkaufen wir sie nicht.“


„Gibt es dann in aller Welt ein Schatz groß genug um diese Kette zu kaufen?“ fragte Freya. „Jetzt da ich Brisingamen gesehen habe, kann ich ohne diese Kette nicht weiter leben.“


„Oh, jawohl“, antworteten die Zwerge, „es gibt wohl ein Schatz wofür wir Brisingamen verkaufen wollen. Ihr musst es von jedem von uns aber einzeln kaufen. Der Schatz ist Eure Liebe: Der Schatz seid Ihr selbst. Ihr musst jeden von uns für eine Nacht heiraten – den so lang dauert eine Ehe bei den Zwergen aus Svartalheim – und dann gehört Brisingamen Euch.“


Da vergaß Freya in ihrer Torheit alles für den Glanz und Schönheit der Brisingamen, derer Schönheit außergewöhnlich war und der keine existierende Kette je nachahmen könnte. Sie vergaß Odur, sie vergaß ihre zwei lieblichen Töchter, sie vergaß, daß sie die Königin der Asen war.


„Ja“, sagte sie wie im Traum, „für Brisingamen will ich sogar euch heiraten.“

Also wurden demnächst vier Heiraten der Zwerge im fernen Svartalheim gefeiert und keiner der Asen wusste was passiert war – niemand außer Loki dem Unheilbringer, der immer alles wusste wo oder wann etwas unrechtes, verkehrtes oder übles stattfand.

Als Freya nach Asgard zurückkehrte und wieder in ihrem Palast Folkzang wohnte, schämte sie sich darüber, was sie getan hatte und hielt Brisingamen vor jedem verborgen. Jedoch als sie allein in ihrem Boudoir war, in das niemand gegen ihren Willen Zutritt hatte, holte sie oft die Kette hervor und genoss ihre glänzende Pracht.


Aber Loki ging zum Odur und erzählte was er gehört und gesehen hatte. Odur glaubte ihm nicht und könnte Freya nicht beschämen um mit ihr darüber zu sprechen was ihm Loki erzählte.


„Ich glaube selbst nicht, dass sie die Halskette Brisingamen überhaupt besitzt,“ sagte Odur schließlich. „Aber wenn sie sie hat und Ihr sie ihr stehlen könnt und mir zeigen, werde ich Euch glauben und mein Herz wird gebrochen sein.“


„Es wird sehr schwierig sein, sie zu stehlen,“ protestierte Loki.. „Ihr wisst wie gut die Tür Freyas Boudoirs schließt und wie gut sie von innen gesichert ist.“


„Wenn Ihr Euer Laster auf diese einzige Weise die ich von Euch frage nicht beweisen könnt,“ rief Odur, „weiß ich daß es eine Lüge ist und werde Thor fragen Euch mit seinem Hammer Mjölnir zu zermalmen!“


Loki blieb also nichts anderes übrig als darüber nachzudenken wie er Brisingamen stehlen könnte.


© 2007 Lynagh
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Nil admirari prope res est una, solaque quae possit facere et servare beatum
= sich über Nichts zu wundern ist wohl das Einzige, was einen glücklich machen kann und bleiben läßt
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Lynagh

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Montag, 29. Oktober 2007, 15:22

Sage 10: Die Halskette Brisingamen (Teil 2)

In der Nacht schlich sich Loki zu der Tür von Freyas Boudoir, aber er fand die Tür fest geschlossen und auch mit all seiner Schlauheit wusste er keinen Weg, wie er sie öffnen könnte. Da nahm er die Gestallt einer Fliege an und flog entlang aller Schlösser und Riegeln aber nirgendwo war ein kleines Loch. Schließlich, endlich, weit oben da fand er eins, so klein, daß es schien als ob es durch eine Nadel gemacht wurde und mit großer Mühe zwang er sich hindurch. Danach schaute er sich im Boudoir um, ob er auch niemanden geweckt hatte, aber drinnen im Boudoir und auch in dem ganzen Palast schlief jeder einen tiefen Schlaf. Loki ging zu Freyas Bett und sah sie dort schlafen, mit Brisingamen um ihren Hals. Er bemerkte, dass die Schließe der Kette hinten saß, so daß er sie nicht losmachen konnte. Da verwandelte er sich in eine Floh und biss Freya in die Wange. Freya wurde ein bisschen wach.... drehte sich um und fiel wieder ins Schlaf. Sobald sie wieder ruhig schlief nahm Loki wieder seine eigene Gestallt an und öffnete die Schließe, nahm die Halskette von ihrem Hals, entriegelte die Tür und schlich sich hinaus.

Er ging schnurstracks zu Odur und ließ ihn die Halskette sehen und erzählte was er getan hatte.


In großer Betrübnis warf Odur Brisingamen auf den Boden, verließ Asgard und entfernte sich wie im Traum weit, weit weg in die fernen Nebel am Horizont.


Am nächsten morgen als Freya aufstand, entdeckte sie, daß die Halskette weg war, die Tür auf und sie begriff, daß ihr Geheimnis kein Geheimnis mehr war. Bitter weinend suchte sie Odur um ihn um Verzeihunbg zu bitten, aber Odur war verschwunden.


Da beichtete sie alles Odin.
„Ich werde keine Ruhe mehr finden,“ schluchzte sie, „ bevor ich meinen geliebten Odur zurück habe und ihn um Verzeihung bitten kann, für all den Kummer und Betrübnis die ich ihm angetan habe und ich gehe und suche ihn in der ganzen Welt und werde nicht ruhen bis ich ihn finde.“
„Sei es so,“ sagte Odin feierlich, „Das Übel was du verursacht hast wegen eines goldenen Schmucks, ist dir vergeben. Aber damit du es dich immer erinnerst was passiert ist und was du getan hast, wirst du ewig die Brisingamen Halskette tragen müssen.“

„Ich habe das verfluchte Ding nicht mal,“ schluchzte Freya. „Der Dieb, der in mein Boudoir eingedrungen ist, hat sie mitgenommen, wie ich Euch schon erzählt habe.“


„Allein Loki kann der Dieb sein,“ sagte Odin und er rief seinen Sohn Heimdal, den Wächter Asgards, und fragte ihn ob er Loki gesehen hatte.


„Ja,“ antwortete Heimdal, „Laufeys Sohn überquerte heute früh die Bifrost Brücke, kurz nachdem Odur Asgard verlassen hatte. Odur sehe ich nicht aber ich sehe Loki, der sich unter den Felsen von Singastein in Gestallt einer Seerobe versteckt.


„Gehe dann hin,“ befahl Odin, „und nehme ihm die Halskette Brisingamen ab, die die Schwarzen Zwerge aus Svartalheim gemacht hatten. Bringe sie zurück und tue sie um Freyas Hals – und sehe zu und passe auf, dass weder Loki noch jemand anders es noch einmal stiehlt.


Schnell wie Licht eilte Heimdal seiner Aufgabe nach und als er sich den Felsen von Singastein näherte rief er laut: „Loki, Sohn des Laufey, zeigt Euch in Eurer wahren Gestallt! Ich weiß, dass Ihr Euch dort versteckt. Ich habe eine Nachricht von Odin, dem Herr der Asen!“
Aber Loki blieb als Seerobe in seinem Versteck und lächelte im Stillen. Da verwandelte sich Heimdal auch in eine Seerobe. Heftig war der Streit zwischen den zwei Seeroben, aber schließlich hat ihn Heimdal gewonnen und brachte den wütenden Loki, nun in seiner eigenen Gestallt, mit der Brisingamen Kette, nach Asgard zurück. Dort tat sie Freya sich wieder um den Hals und begab sich in die weite Welt hinaus um Odur zu suchen, laut weinend und von einem Land zu anderem umherirrend. Während sie so umherirrte, fielen ihre Tränen auf die Erde und veränderten sich in kostbare Körnchen Gold.


© 2007 Lynagh
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