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Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt es so an: Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland: sie werden dann treulos gegen die guten Sitten, gegen den Nächsten, gegen Frauen und gegen Kinder. - Ernst Moritz Arndt (1769-1860) -

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Samstag, 15. August 2009, 21:26

Was ist eigentlich...? - Die Edda

Bei der Edda handelt es sich um das Quellen-Buch der nordischen Mythologie schlechthin.

Den Namen "Edda" tragen jedoch 2 literarische Werke.

Das erste wurde um 1220 auf altisländisch von Snorri Sturluson als Nachschlagewerk für Skalden (altnordische Barden, Dichter) verfasst und wird darum auch als die Snorra-Edda bezeichnet. Diese ist in 3 Teile aufgeteilt, wobei der erste (Gylfaginning, die Täuschung des Gylfi) die nordische Götterwelt beschreibt, der zweite (Skaldskaparmál, die Skaldschaft) einen Lehraufsatz mit Zitaten aus Götter- und Heldenliedern darstellt und der dritte (Háttatal, das Strophenverzeichnis) eine Anleitung für das Dichten und Strophenschreiben, zusammengefasst in einem großen Beispiel-Gedicht mit insgesamt über 100 unterschiedlichen Versformen, verfasst von Sturluson zu Ehren des Königs, ist.

Was wir heute eigentlich unter der Edda verstehen, ist die sogenannte Lieder-Edda.
Diese - auch die ältere Edda - genannte Sammlung enthält viele Helden- und Götterlieder und nur wenige Texte sind durch Prosa miteinander verbunden. Obwohl diese Zusammenfassung erst um (vermutlich) 1270 verfasst wurde, waren die meisten der darin enthaltenen Texte unbekannter Autoren bereits zu Sturlusons Zeit bekannt, was den Namen "ältere Edda" rechtfertigt, wenngleich das spätere Erscheinungsdatum irreführend ist. Sturluson zitiert jedoch teilweise wörtlich aus den Liedern und Sagen, um Beispiele in seinem Nachschlagewerk zu geben.

Die Götter- und Heldenlieder aus der Lieder-Edda zählen als wertvollste Quelle für unser Wissen über die nordische Mythologie. Jedem der interessiert ist, kann ich die Lektüre nur ans Herz legen.

Besonders die deutsche Übersetzung von Wilhelm Jordan von 1889 ist trotz der schweren Sprache sehr zu empfehlen, da die Wortwahl und der Textfluss ausgesprochen gut die Stimmung des Werks wiedergeben. Ansonsten sind auch die beiden getrennt erschienen Reklam-Ausgaben von Arnulf Krause durchaus noch gut lesbar, wenn sie auch nicht an den Jordan-Text herranreichen können.

Wer von Euch hat die Edda - oder zumindest einige Lieder daraus - gelesen? Was habt ihr dabei gedacht/gefühlt?

In diesem Sinne, Gruß Odin

~Ingrimm
Nie werden sie mich brechen, niemals meinen Geist bestechen!
Nie werd ich mich verneigen, niemals ihnen Demut zeigen!
Sieh ich bin, komm sei mein Zeug', blutend, aber ungebeugt!

:dr:

(Equilibrium - Unbesiegt)