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Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt es so an: Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland: sie werden dann treulos gegen die guten Sitten, gegen den Nächsten, gegen Frauen und gegen Kinder. - Ernst Moritz Arndt (1769-1860) -

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Dienstag, 20. Juli 2010, 00:00

Auszüge aus einem Brief von Friedrich von Schiller - Grundlage einer Reform, die Bestand haben soll

Zitat von » von Friedrich von Schiller den er am 13. Juli 1793 an Friedrich Christian von Schleswig-Holstein-Augustinenburg schrieb:«


„Alle Reform, die Bestand haben soll, muß von der Denkungsart ausgehen, und wo ein Verderbnis der Prinzipien herrscht, da kann nichts gesundes, nichts gutartiges aufkeimen. Nur der Charakter der Bürger erschafft und erhält den Staat und macht politische und bürgerliche Freiheit möglich. Denn wenn die Weisheit selbst in Person vom Olymp herabstiege und die vollkommenste Verfassung einführte, so müsste sie ja doch Menschen die Ausführung übergeben.

Wenn ich also .... über die gegenwärtigen politischen Bedürfnisse und Erwartungen meine Meinung sagen darf, so gestehe ich, dass ich jeden Versuch einer Staatsverbesserung aus Prinzipien – denn jede andere Art ist nur Not- und Flickwerk – so lange für unzeitig und jede darauf gegründete Hoffnung so lange für schwärmerisch halte, bis der Charakter der Menschen von seinem tiefen Fall wieder emporgehoben ist – eine Arbeit für mehr als ein Jahrhundert! – Man wird zwar unterdessen von manchem abgestellten Missbrauch, von mancher glücklich versuchten Reform im einzelnen von manchem Sieg der Vernunft über das Vorurteil hören, aber was hier zehn große Männer aufbauten, werden dort fünfzig Schwachköpfe wieder niederreißen. Man wird in anderen Weltteilen den Negern die Ketten abnehmen und in Europa den Geistern anlegen. So lange der oberste Grundsatz der Staaten von einem empörenden Egoismus zeugt und so lange die Tendenz der Staatsbürger nur auf das physische Wohlsein beschränkt ist, so lange, fürchte ich, wird die politische Regeneration, die man so nahe glaubte, nichts als ein schöner politischer Traum bleiben.

Sollte man also aufhören, danach zu streben? Soll man gerade die wichtigste aller menschlichen Angelegenheiten einer gesetzlosen Willkür, einem blinden Zufall anheim stellen .... Nichts weniger! Politische und bürgerliche Freiheit bleibt immer und ewig das heiligste aller Güter, das würdigste aller Anstrengungen und das Zentrum aller Kultur. Aber man wird diesen herrlichen Bau nur auf dem festen Grund eines veredelten Charakter aufführen, man wird damit anfangen müssen, für die Verfassung Bürger zu erschaffen, ehe man den Bürgern eine Verfassung geben kann.“

Quelle: (Verweis nur für registrierte Mitglieder sichtbar!)



Edit Redaktion: Siehe auch Thema: (Verweis nur für registrierte Mitglieder sichtbar!)


Dein Mut sei Heldenhaft;
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Sundarasya Surupasya Subhasya ca Raksanaya Samajah

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Susi« (20. Juli 2010, 10:11)


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Njörd, U-179, U-34

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Dienstag, 20. Juli 2010, 06:33

Wie bereits resümiert, hat sich seit über 200 Jahren, von einigen temporären "Zeitabschnitten" der deutschen Geschichte abgesehen, nichts Grundelegendes verändert.

M.k.G.

Njörd :dr:

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