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Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt es so an: Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland: sie werden dann treulos gegen die guten Sitten, gegen den Nächsten, gegen Frauen und gegen Kinder. - Ernst Moritz Arndt (1769-1860) -

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Dienstag, 5. August 2008, 11:05

Deutsche Sprache - Gedichte und Zitate -


Lapidarstil

Ist das Deutsch schon so verdorben,
Daß man's kaum noch schreiben kann?
Oder ist es ausgestorben,
Daß man's spricht nur dann und wann?

Oder habet ihr vernommen,
Daß es bald zu Ende geht?
Daß die Zeiten nächstens kommen,
wo kein Mensch mehr deutsch versteht?
Jedes Denkmal wird frisieret
von der Philologen Hand,
Und so haben Sie beschmieret
Erz und Stein und Tisch und Wand.

Wo man hinschaut, strotzt und glozet
Eine Inschrift in Latein,
Die sich trotzig hat schmarotzet
In das Denkmal mit hinein.

Deutsches Volk, du musst studieren
Und vor allem das Latein,
Niemals kannst du sonst capieren
Was dein eigner Ruhm soll sein!


- Hoffman von Fallersleben (1798 - 1874) 1. Februar 1840 -


Ich würde keinen verurteilen, der Fremdworte dort verwendet, wo es angebracht erscheint. Aber über das ungereimte, unnötige Einflicken ausländischer Wörter oder womöglich noch nicht einmal verstandener Redensarten, durch die Sätze oder Abschnitte förmlich auseinander fallen, die unsäglichen Wortzusammenfügungen ohne Sinn und Verstand, darüber müsste man sich schämen, wenn man darüber ein wenig nachdächte. Dies alles ist es, was nicht nur unsere Sprache verdirbt, sondern mehr und mehr auch unser Gemüt krank machen wird.

- Virgil (70 - 19 v. Chr.) -


An deiner Sprache, Deutscher, halte fest! Weh dem, der diesen Schatz sich stehlen läßt:
Wer erst beginnt, das reine Wort zu fälschen, dem kann gar bald auch Kopf und Herz verfälschen.

- Otto v. Leixner (1847 - 1907) -


Deutsche geliebte Landsleute, welches Reichs, welches Glaubens ihr seiet, tretet ein in die euch allen aufgetane Halle eurer angestammten, uralten Sprache, lernet und heiliget sie und haltet an ihr, eure Volkskraft und Dauer hängt an ihr!

- Jacob Grimm (1785 - 1863) -


Ein Volk, das seine eigene Sprache verlernt, gibt sein Stimmrecht in der Menschheit auf und ist zur stummen Rolle auf der Völkerbühne verwiesen.

- Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852) -


Die Sprache ist ein Spiegel einer Nation; wenn wir in diesen Spiegel schauen, so kommt uns ein großes, treffliches Bild von uns selbst daraus entgegen.

Wie menschlich Menschen sind, zeigt ihr Umgang mit der Muttersprache.

- Friedrich Schiller (1759 - 1805) -


Jeder Wohlgesinnte und Einsichtige ergreife also mit mir Partei für die deutsche Sprache gegen die deutsche Dummheit.

...oder ist die deutsche Sprache vogelfrei, als eine Kleinigkeit, die nicht des Schutzes der Gesetze wert ist, den doch jeder Misthaufen genießt?

Das Schlimmste an der Sache ist, daß allgemach eine junge Generation heranwächst, welche, da sie stets nur das neueste liest, schon kein anderes Deutsch mehr kennt als diesen verrenkten Jargon des impotenten Zeitalters, welches sich ein Gewerbe daraus macht, die deutsche Sprache zu demolieren.

- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) -


Die seit Kriegsende bei uns in alle Bereiche des Lebens eingedrungene Flut von Amerikanismen muß endlich wieder zurückgedrängt werden.

- Gustav Heinemann (1899 -1976) -
(Ansprache anläßlich der Einweihung des Deutschen Literatur-Archivs Marbach am 16. Mai 1973)



"Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheit ihres Geistes und ihrer Sprache raubt."
- J. G. Herder -

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Montag, 11. August 2008, 12:54

Hallo U-34,
ich hätte da auch noch zwei :)

Deutschland heute:

Ein Country, in dem people im Internet einen thread posten,
den andere user dann downloaden können; wo man im TV-Guide nach movies searched und
für big events in line-up steht.
Wo Ladies fashion shoppen gehen und youngsters new songs in ihren i-pod updaten.
Wo Mom dem Dad potato chips zu einem drink serviert,
wo man einen DJ für eine Party heuert und wo man bei Ikea zum breakfast kein parking lot findet.
Wo man ein date im Fastfood Restaurants arrangiert und
Cevapcicci, Döner, Spaghetti oder french fries genießt.
Ein Land, in dem die ‘Muttersprache’ zur ‘mothers tongue’ verkommen ist!
Und darum sage ich jetzt auch anstatt ‘Aufwiedersehen’ ganz cool ‘so long’ and 'good bye!'


© Willy Meurer, (*1934),


:%%:

Ein farb- und heimatloses Deutsch ist mir zuwider.
Der Wein soll eine Blume haben, in der man die Bodenständigkeit erkennt.
Ein Anklang an die Mundart seines Stammes gibt dem Sprecher erst Persönlichkeit.


Peter Rosegger, (1843 - 1918 ),
österreichischer Volksschriftsteller und Erzähler

:%%:




Was ist das für Volk! Denken sie auch oder schlurfen sie nur sinnlos über die Erde?
Franz Kafka

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Montag, 22. Februar 2010, 22:24

Wert der Muttersprache

Vieles kann ein Volk entbehren,
wenn dazu die Not es zwingt;
doch dem Feinde muß es wehren,
der es um die Sprache bringt.

In ihr wurzelt unser Leben
Und erhält durch sie Bestand;
Wer sich ihrer hat begeben,
Der verlor sein Vaterland.


- Martin Greif (Friedrich Hermann Frey 1839-1911) -

"Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheit ihres Geistes und ihrer Sprache raubt."
- J. G. Herder -

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4

Montag, 22. Februar 2010, 23:09

"Die Sprache ist ein unerhörtes geistiges Dokument derjenigen Nation, die sie spricht.
Sie ist eine echte Konfession, eine Beichtschaft, die sich hinkniet in den Beichtstuhl der Welt.
Darum gibt es keine größere Gefahr für ein Volk als diejenige, seine Sprache nicht zu würdigen.
Ein Volk geht nicht zugrunde durch verlorene Kriege, sondern dadurch, dass es, von innen her entkräftet,
seine Sprache, die Hochsprache seiner Dichter und Denker, aufgibt, also Hochverrat an sich selbst begeht."


- Josef Weinheber (1892- 8. Mai 1945) -

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5

Samstag, 27. Februar 2010, 02:05

"Diese Sprache, in der Luther donnerte und Heine kämpfte, Goethe bildete und Schiller hingerissen lehrte, die mit Schopenhauers Groll ebenso stark, wie lind mit Kellers Helligkeit tönte, sich in Nietzsche zur stählernen Härte und Melodie steigerte und in Kleist grausam und hiebhaft wie das Leben der Geistesgröße sich krampfte, mit Jean Paul die grenzenlose Vorstellungskraft und Heiterkeit der zarten Enge wie mit Lessing die bebende Klarheit der geistigen Leidenschaft offenbarte: diese Sprache, die heute und für immer von Dichtern und Künstlern getragen wird, weil in der menschlichen Seele immer Erhabenheiten und Zärtlichkeiten drängen werden, die so nur auf deutsch sich kundtun werden."

- Arnold Zweig (1887 - 1968) -

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6

Donnerstag, 4. März 2010, 11:04

"Kein Volk auf Erden hat eine solche Geschichte für seine Sprache wie das deutsche.
Zweitausend Jahre reichen die Quellen zurück in seine Vergangenheit,
in diesen zweitausend Jahren ist kein Jahrhundert ohne Zeugnis und Denkmal."


- Jacob Grimm -
(Aus dem Vorwort "Deutsche Grammatik" 1. Band; 1819 begonnen)


"Den fremden Wörtern wurde der Zutritt ohne Noth erleichtert: man suchte nun eine Ehre darin, das heimische aufzugeben
und das fremde an dessen Stelle zu setzen. Es ist Pflicht der Sprachforschung und zumal eines deutschen Wörterbuchs,
dem maßlosen und unberechtigten Vordrang des fremden Widerstand zu leisten."


Aus dem Vorwort des "Deutschen Wörterbuches"

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Sonntag, 14. März 2010, 19:31

Hermann Fabronius - Wieder die Vermengung der Teutschen Sprache

(Verweis nur für registrierte Mitglieder sichtbar!)

Wer zu Rom ein wort in den Lateinischen sprachen
Griechisch einmengen wolt, den that man balt auslachen,
Schreibet der weise heydt Cicero an seinen sohn
In seinem sitten buch gar schon.
O Alter sitt! Wie würdt man heut zu lachen haben
In Teütschlandt, da man hört so viel fremdtes hertraben,
In maßen viel in schrifft undt im reden nicht wißen,
Des Ja genug Zu sein beflißen.
Wie schön würdts stehn, wan der Frantzos oder Spanische man,
Oder einer aus Welschlandt sich desen würdt masseu ahn,
In ihrer mutter sprach einzumengen Teutsche wort:
Bey ihn ist solches unerhort.
Teütscher, was hindert es, daß Du vor attaquiren,
Vor ruinen, vor soldatesca undt laviren,
Vor imprese, vor Dein describire undt Camerad
Sprecht, wie dein grosvater g’redt hatt?
Aber o elendt groß, newe sitten, neues kleydt,
Newe redt, stoltz und geitz, undt die große sicherheit
Bringen ins landt mit sich newen krieg, hunger und todt
Vom ewigen gerechten Gott.

Geschrieben um 1620
Hermann Fabronius [Hermann Fabricius, Erasmus Sabinus Hohfnerus, Harminius de Mosa] (1570-1634)


Quelle: Deutscher Sprache Ehrenkranz - Was die Dichter unserer Muttersprache zu Liebe und zu Leide singen und sagen (1898 )

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Sonntag, 14. März 2010, 20:23

Christian Friedrich Daniel Schubart - Deutsch vor allen

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Von allen Ländern hochgeehrt
Soll mir das deutsche sein:
Da herrscht noch Treue und Vertrauen,
Da kann man sicher Hütten baun
Und sich des Lebens freuen.
***
Vor allen Erdensprachen klingt
Die deutsche voll und rein:
Sie ist kein leerer, hohler Schall,
Ist kräftig, mild und voll Metall,
Kann grob und höflich sein.
***
Drum tön’ ein Hoch beim Becherklang
Dem deutschen Vaterland:
Uns trennt nicht Donau, Weser, Rhein,
Wir wollen alle Brüder sein,
Vereint durch heiliges Band!


- Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791) -


Entstanden während seiner 10jährigen Gefangenschaft (1777-1787).
Weise: "Auf, auf, ihr Brüder, und seid stark."
Quelle: Deutscher Sprache Ehrenkranz - Was die Dichter unserer Muttersprache zu Liebe und zu Leide singen und sagen (1898 )

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Montag, 15. März 2010, 09:11

Ein Seufzer nur, entkommt mir da, und denk, wie wahr, wie wahr!


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10

Montag, 15. März 2010, 12:59

Deutsche Sprache, Muttersprache

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Deutsche Sprache, schön wie keine, Weihegrund, aus dem in Tönen,
Sprudelt immerdar das reine Hohelied des ewig Schönen!

Bist ein Hort der Lichtgedanken, die das Volk der Dichter denket,
Wenn die Seele frei von Schranken sinnend sich ins All versenket.

Alles Schönen, alles Wahren Mittlerin, wo immer Zungrn
Dich bemeistert, bist Du klaren Wortlauts fort und fort geklungen.

Töne leihest Du der Treue, die im deutschen Herzen wohne,
Giebst der Freundschaft ihre Weihe und der Liebe ihre Krone.

Flüsterst zärtlich, wenn in Sehnen sich das Herz zum Herzen findet
Und erhebst, wenn unter Thränen ach! So mancher Glückstraum schwindet.

Drohend klingst Du dem Verräther, der im Arm die feile Buhle,
Fürchterlich dem Attenthäter vor der Themis Richterstuhle.

Aber schmeichelnd, wie das Kosen Zephyrs in der Abendstunde
Um den Blüthenkelch der Rosen, lispelst Du aus Muttermunde;

Schwebst gleichwie auf leichten Schwingen zu des Himmels gold’nen
Sternen
Und ertönst wie Flockenklingen, wo Dich Kindlein reden lernen.

---- Deutsche Sprache, auf der Erde keine klingt so rein und helle,
Keine wie am deutschen Herde, an der Tugend frommer Schwelle.

Wo auf fremder Zonen Meeren weht die deutsche Tricolore,
Tönst Du, Muttersprache, hehren Klanges wie zum Feierchore;

Redest von der deutschen Ehre, deutscher Art und deutschem Walten—
Ja, Dein Klang durchfliegt die Meere von der neuen Welt zur alten.

Euch zu hören, Wonnelaute, zieht’s den Wand’rer heimwärts wieder,
Muttersprache, klingest, traute, einzig doch im Kranz der Lieder.

Was an herrlichen Gefühlen je ein Dichterherz durchglühte,
Was an hohen schönen Zielen einen Feuergeist umsprühte:

Deutsche Sprache, wunderbaren Tones wie die [*]Aeolslaute,
Durftest Du es offenbaren, Muttersprache, leibvertraute!

D’rum, wohin uns auch verschlagen, des Geschickes Machtgewalten,
Hören wir Dich ferne sagen, müssen wir die Hände falten.

---- Sprache, schön und stolz wie keine, reich an Wohllaut und an Ehre,
Deutsche Sprache, die ich meine, klinge fort vom Fels zum Meere!


:%%:

- Richard Breuer (1808 ) -

Quelle: Deutscher Sprache Ehrenkranz - Was die Dichter unserer Muttersprache zu Liebe und zu Leide singen und sagen (1898 )


Eine der schönsten Liebeserklärungen an unsere Muttersprache, die ich je gelesen habe.

[*] Aeolslaute: Auch Saitenharmonika genannt. Eine Harfe oder Saiteninstrument, welches dem Wind ausgesetzt, von selbst zu tönen anfing.
Die älteste Spur findet sich vermutlich im Talmud, wo davon berichtet wird, daß Davids Harfe um Mitternacht, wenn der Nordwind sie berührte, geklungen habe. Als Erfinder gilt Kircher, der diese Harfe in seiner Phonurgia beschreibt.
In England hat dieses Instrument seine Wiederauflebung dem Dichter Pope zu verdanken. Als dieser den Homer übersetzte und öfters den Eustathius nachschlug, fand er in diesem eine Stelle, wo gesagt wird, daß der Wind, wenn er auf gespannte Saiten stieße, harmonische Töne hervorbringe.
Diese Idee wurde dem schottischen Virtuosen Oswald, ein geschickter Komponist im schottischen Stil, mitgeteilt, der darüber sogleich Versuche anstellte. Er bezog eine alte Laute und setzte diese, in allen möglichen Lagen, dem Wind aus. Ein Zufall ermöglichte es ihm, dem Instrument eine solch Mannigfaltigkeit von entzückenden Tönen zu entlocken, die alle Beschreibungen übertraf. Eine Saite brachte zuweilen sieben oder auch acht verschiede Töne hervor und zuweilen mehrere zugleich.


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Montag, 15. März 2010, 19:45

Also U-34, du mußt einen guten Draht zu den Elfen und Zwergen haben,
wo gräbst Du dies nur immer wieder aus. ;)


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Montag, 15. März 2010, 20:40

Unser Ehrenmitglied Bismarck und die Deutsche Sprache

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Nun ging zum Heldenhimmel ein,
Der unsrem Deutschtum Bahn gebrochen,
Der auch der unsre wollte sein,
Dem unser aller Herzen pochen.
Kein Redekünstler war er, nein!
Und dennoch bis in Mark und Knochen
Drang seine Rede schwertgleich ein,
Weil sie "gehau’n war und gestochen",
Und seine Feinde nie verzeihn,
Daß er zu ihnen "deutsch gesprochen".


- Felix Dahn (1834-1912) -
Gastein, am Tage von [*]St. Privat 1898


:EB:


Quelle: Deutscher Sprache Ehrenkranz - Was die Dichter unserer Muttersprache zu Liebe und zu Leide singen und sagen (1898 )


[*] Franz. Saint-Privat-la-Montagne, Gemeinde im Département Moselle, nordwest. von Metz. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870 fand in der Nähe des Ortes die Schlacht von Gravelotte statt, auch Schlacht von St. Privat. Bis 1918 war der Ort Kriegsbeute des Deutschen Reiches.

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13

Montag, 15. März 2010, 20:58

Lieber Thuathasonn,

ich liebe alte Bücher, so bin ich immer auf der Suche. Nicht nur auf Flohmärkten, sondern auch über Google ist es möglich so manchen Schatz aufzustöbern, selbst über Elfen und Zwerge. ;) - "Wer suchet, der findet."
Wir haben eine Pflicht zu erfüllen und ich trage nur einen kleinen Teil dazu bei.

M.k.G., U-34

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Dienstag, 16. März 2010, 00:05

Bei Bismarcks Tod

So kam der Tag, der lang gefürchtete!
An ihres größten Sohnes Sarge steht
Germania trauernd, um die Kaiserkrone,
Die goldene, den schwarzen Schleier schlagend.
Was alles dankt sie ihm! – Vor vierzig Jahren
Saß sie im Walde, fröstelnd und allein:
Es hatten böse Schächer längst vom Haupt
Gerissen ihr des alten Reiches Krone,
Zerfetzt den Mantel und sie drein geteilt:
Es ehrte, scheute, fürchtete sich keiner,
Sie war der Nachbarn Hohn und Spott geworden!
Da kam der Held von echtem Siegfriedmute
Durchhieb mit scharfem Schwert das Dorngenist,
Das sie umschloß, die Schlummernde erweckend,
Und eine neue Kaiserkrone setzte,
Geschmiedet in der Siegesschlachtenglut,
Der Staunenden er auf das blonde Haupt! --
Und welche Kämpfe, welchen Lohn des Hasses
Hat ihm dafür sein Volk bereitet! – Wie
Armin, den ersten Einiger, so hat
Auch ihn bedroht der Mord. -
Doch sich'rer, schärfer
Als jene Mörder traf sein Herz des Undanks
Giftschwarzer Dolch! --
Doch dieses Herz, - kein Gift konnt' es vergiften;
Verachten durfte er die Menschen tief:
Er tat es nicht.
Und wie sein alter Herr, von Mordblut wund,
Erbarmend nur der Darbenden gedachte,
So hat auch das Abscheulichste niemals
Dem deutschen Volk und seinem Dienst entfremdet
Dies treue Herz. –
Verwaist ist jetzt erst völlig unser Volk!
Denn wo wär' wohl der maßlos eitle Tor,
Der Bismarck zu ersetzen sich vermäße?
Wir aber, die wir niemals ihn verleugnet,
Als ihm des Herrschers Gnadensonne losch,
Wir haben wahrlich höh'res Recht an ihm
Als jene bösen Zwerge, seine Neider,
Die vor Europa, warnend, ihn verklagten!
Doch dieses höh're Recht schafft höh're Pflicht:
So laßt uns denn an seinem Sarg geloben,
An seinem Bau, dem schwer bedrohten Haus,
Mit Schild und Schwert getreulich Wacht zu halten;
Das Bismarck-Erbe, – treu wollen wir es hüten:
Sein Erbe wie sein glorreich Denkmal ist's
Zugleich: das Deutsche Reich!
Hör's, Otto, tief im Grab:
Wir stehn zu dir nach deinem Tode noch,
Zu dir und zu dem Reich, treu wie du selbst
Zu deinem Volke standst bis in den Tod.


- Felix Dahn (1834-1912) -
Entstanden 30. Juli 1898


:EB:

Quelle: Gesammelte Werke - Band 5 - Gedichte und Balladen, Leipzig 1912

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Dienstag, 16. März 2010, 10:10

:hoch:


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