Hallo Mitstreiter,
ich habe mir im Zuge eigener Recherchen Gedanken darüber gemacht, was den Verfall einer Kultur wohl am stärksten prägt. Dabei sind mir drei Dinge als besonders markant aufgefallen:
- Verdummung der Jugend
- Verdrängung der Herkunft
- Vernichtung der Sprache
In diesem Beitrag möchte ich besonders auf den letzten Punkt eingehen, denn wer längere Zeit in einem Forum liest, hat sicher schon den ein oder anderen Kulturvernichter selbst kennen gelernt.
Man kann beinahe sagen, die gezielte Zerstörung der deutschen Sprache findet wie nach Drehbuch geplant in einer logischen Reihenfolge statt. Geltende Grundsätze werden aufgeweicht, Fremdeinflüsse werden den eigenen Ausdrucksmitteln vorgezogen und von den Medien mundgerecht vorgekaut, Chaos erhält Vorzug vor Ordnung und was in der Gesellschaft schon lang passiert, wird in die Sprache übernommen.
Desinteresse und Faulheit sind die häufigsten Gründe für ausbleibendes Handeln, auch wenn die Taktik durchschaut wurde.
Ein Beispiel, so gehört bei einem mittelgroßen lokalen Radiosender:
"Hey Leute, wir haben ein frisches Update aus dem News-Center für Euch..."
Woah ey echt? Krass Alter, nicht dein Ernst, check mal ab was du wieder für nen abgespaceten Infoflash für uns hast!
Entschuldigung, aber bin ich der Einzige, der es unangenehm findet soetwas zu hören/lesen?
Fakt ist doch Folgendes: Die Sprache nimmt einen zentralen Standpunkt in der Unterscheidung der Kulturen ein. Mit größerem Abstand betrachtet separiert sie jedoch nicht nur unter den Menschengruppen, sondern grenzt in ihrer generellen Funktion als Kommunikationsmittel auch von der restlichen belebten Natur ab:
Die Sprache definiert uns also zum denkenden menschlichen Wesen!
Das Regelwerk, welches die Sprache zum allgemein verständlichen Gemeingut einer Kultur erhebt, ist die Rechtschreibung und die Grammatik.
D.h. im Klartext, nicht nur das Ersetzen der eigenen Ausdrücke durch Fremdwörter ist Teil der Kulturvernichtung, sondern auch die Missachtung der Regeln, die die Basis der Sprache darstellen.
Muss man sich aber jeder Regeländerung „von oben“ beugen? Mit jedem neuen Duden der erscheint, verändert sich die Sprache doch auf ein Neues, wie soll man denn mit solchen Entwicklungen mithalten?
Dies lässt sich nicht so einfach beantworten, ist am Ende aber auch irrelevant. Was eine Sprache auszeichnet, sind nicht die spezifischen Schreibweisen einzelner Worte, sondern die Einigkeit über Grundsätze wie die Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung, Kommata, grammatikalischen Regeln und nicht zuletzt ästhetischer Gesichtspunkte in der Wortwahl.
Spätestes jetzt sollte klar sein, auf was ich mit meiner Ausführung schlussendlich hinaus möchte.
Wer die Regeln seiner Sprache absichtlich oder aus Faulheit ignoriert, grenzt sich nicht nur aus seiner Kultur aus, sondern stellt sich selbst unter den Status als Angehörigen seiner Rasse.
Harter Tobak, nicht wahr?
Genau dieser Vorgang ist jedoch beabsichtigt, da jeder Verfall der Kultur den Drahtziehern in die Hände spielt.
Sich seiner Sprache bewusst zu sein, heißt sich seiner Kultur bewusst zu sein und diese zu Leben.
Gebt dieses Gut nicht freiwillig auf!
In diesem Sinne, mit kameradschaftlichem Gruß
~Ingrimm